Gesamte Schule macht eine „Ignaz-Woche“

von Redaktion

Soziale Projekte anstatt regulären Fachunterrichts für alle Jahrgangsstufen des Ignaz-Günther-Gymnasiums

Rosenheim – Eigentlich ist an den Gymnasien nur für eine einzige Jahrgangsstufe eine Projektwoche zur „Alltagskompetenz“ vorgesehen. Am Ignaz-Günther-Gymnasium hat man gleich alle Jahrgänge in eine „Ignaz-Woche“ geschickt. „Es gibt ja viele wichtige Felder wie Umweltbildung, digitale Bildung oder soziales Lernen, die für die Zukunft der Schulkinder sehr wichtig sind“, sagt Schulleiter Dieter Friedel. Im Fachunterricht sei es nicht immer einfach, das alles unterzubringen. Außerdem, so der Schulleiter weiter, müsse man gerade nach zwei Jahren Pandemie Gelegenheiten schaffen, bei denen Kinder und Jugendliche gemeinsam an Projekten arbeiten können.

Während die Fünftklässler unter der Überschrift „Willkommenswoche“ auf spielerische Weise ans Lernen und Leben am Gymnasium herangeführt wurden, hatten die Aktionen der sechsten Klassen das Motto „Miteinander“: Die Kinder arbeiteten gemeinsam an Projekten zum Thema Nachhaltigkeit, absolvierten miteinander einen Breakout in der Schulbibliothek und machten sich in einer Medienschulung Gedanken zum „digitalen Miteinander“. Für die siebten Klassen drehte sich in der Woche alles um Kreativität. Die konnten die Schüler insbesondere bei musikalischen, künstlerischen und sportlichen Herausforderungen unter Beweis stellen.

Die Schüler der achten Klassen befassten sich in einer „Zukunfts-Woche“ mit dem Thema Digitalisierung und übten dabei den Umgang mit ihren Schultablets, die sie seit diesem Schuljahr im Unterricht benutzen. Weil auch die Ernährung ein großes Zukunfts-Thema ist, besuchten die Achtklässler die Community Kitchen in München, wo „gerettete“ Lebensmittel verwertet werden.

Der Unterricht der neunten Klassen wurde frei nach Erich Kästners fliegendem Klassenzimmer zum „Lokaltermin“: Die Jugendlichen waren die ganze Woche bei den Rosenheimer Stadtwerken unterwegs und erlebten dort hautnah, wie die Versorgung einer Stadt mit Strom, Wasser, Gas und Internet funktioniert.

Auch bei den Zehntklässlern gab es eine Woche lang weder Klassen noch Fächer: Die Jugendlichen arbeiteten in einer „Wissenschaftswoche“ in kleinen Forscherteams selbstständig am Thema „Zukunft“. Am Ende der Woche wurden in der Aula der Schule die Ergebnisse anhand von Erklärvideos, Podcasts, Podiumsgesprächen oder Vorträgen präsentiert und ein Sieger-Team gewählt. Auch die Oberstufe hatte in der „Ignaz-Woche“ keinen regulären Fachunterricht, sondern machte sich „fit fürs Abi“. Die angehenden Abiturienten übten unter anderem, wie man sich am besten auf Prüfungen vorbereitet und wie man sie erfolgreich bestehen kann.

Eine ungewöhnliche Schulwoche, die den Gymnasiasten sicher lange im Gedächtnis bleibt.

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