Eschentriebsterben greift rasant um sich

von Redaktion

Sicher unterwegs am Ufer der Mangfall – Wasserwirtschaftsamt kündigt Fällungen an

Kolbermoor/Rosenheim – Spaziergänger sind im gesamten Bereich der Spinnereiinsel gefährdet. Hier befinden sich vom Eschentriebsterben befallene und nicht mehr standsichere Bäume. Diese werden ab dieser Woche vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und seiner Flussmeisterstelle in Rosenheim entfernt. Je nach Witterung werden die Arbeiten voraussichtlich circa drei Wochen in Anspruch nehmen.

Gehölzarbeiten
bergen Gefahren

Die Uferwege entlang der Mangfall können in diesem Zeitraum nicht benutzt werden. Der Leiter der Flussmeisterstelle Rosenheim, Christian Kaufmann, bittet die Anlieger um Verständnis für mögliche Einschränkungen während dieser Zeit, denn: „Gehölzarbeiten sind immer mit erheblichen Gefahren verbunden. Wir bitten die Bevölkerung daher, die Absperrungen der Arbeitsbereiche strikt zu beachten.“

Das Wasserwirtschaftsamt kontrolliert im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht jährlich den Gehölzbestand auf den staatseigenen Grundstücken. Dabei wurde wieder bei einer Reihe von Eschen das Eschentriebsterben festgestellt. Erreger dieser Krankheit ist ein Pilz, der umgangssprachlich „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt wird, wissenschaftlich „Hymenoscyphus pseudoalbidus“ heißt und ursprünglich aus Ostasien stammt. Er führt zum Absterben der Triebe und zur Fäulnis der Wurzeln. Die Bayerische Staatsforsten entdeckte die Krankheit erstmals im Jahr 2008. Die Pilzinfektion beginnt im Frühstadium an den Blättern, die vor allem in der Baumkrone welk werden. Danach befällt der Pilz die Leit- und Seitentriebe, die dann gelbliche bis ockerfarbene Rindenverfärbungen aufweisen und rasch absterben. Ältere Bäume versuchen durch Ersatztriebe, diesen Verlust zu kompensieren, wodurch sich ihre Kronenform verändert. Es treten vermehrt Verbuschungen auf. Unter den abgestorbenen Rindenteilen verfärbt sich auch das Holz. Im Verlauf der Erkrankung kommen Schädigungen durch Pilze wie Hallimasch oder Insekten wie den Bunten Eschenbastkäfer hinzu. Diese führen dann zum kompletten Absterben der Bäume.

Die Krankheit greift rasant um sich, hat sich in den vergangenen Jahren über ganz Bayern ausgebreitet und tritt inzwischen flächendeckend auf. Sie ruft bei Eschen jeden Alters schwere Schäden hervor. Ein probates Mittel gegen das Eschentriebsterben gibt es bislang nicht.

„Die befallenen Eschen verlieren schnell ihre Standfestigkeit, sodass sofort gehandelt werden muss, um die Benutzer der Wege nicht zu gefährden“, informiert der Flussmeister.

Bäume könnten
einfach umfallen

Um eine sichere Benutzung der Wege an der Mangfall zu gewährleisten, müssen die kranken und nicht mehr standsicheren Bäume gefällt werden. Dazu wurden auch im Rosenheimer Stadtgebiet auf Höhe des Eisstadions einige Bäume zurückgeschnitten, wie das Wasserwirtschaftsamt auf Nachfrage mitteilt.

„Bei geeigneten Bäumen mit größerem Stammdurchmesser wird nur die Krone entfernt“, erklärt Kaufmann, denn durch den Erhalt des Stammes könne sich im Totholz Lebensraum für viele Tierarten, wie zum Beispiel Käfer, Vögel und Fledermäuse, entwickeln. Die Gehölzarbeiten des Wasserwirtschaftsamtes wurden mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadt Kolbermoor abgestimmt. Ob weitere Baumfällarbeiten im Stadtgebiet nötig werden, will das Amt noch in diesem Jahr prüfen.

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