Rosenheim – Eine Gruppe umherziehender Jugendlicher hat am Halloween-Abend Häuser und vorbeifahrende Autos mit rohen Eiern beworfen. Jetzt haben sich gleich mehrere Betroffene zu Wort gemeldet – und ihren Unmut über den vermeintlichen Halloween-Scherz geäußert.
Andrea Pflaum (24) ist für jeden Spaß zu haben. Doch über den Scherz, den sich eine bislang unbekannte Gruppe Jugendlicher vor einigen Tagen erlaubt hat, kann auch sie nicht lachen. „Da hört der Spaß bei mir auf“, sagt die Rosenheimerin. Kurz vor 20 Uhr sei sie auf dem Weg zur Sparkasse gewesen, um anschließend weiter zum Einkaufen zu fahren. Direkt vor der Panorama-Kreuzung sei plötzlich etwas auf ihrer Frontscheibe gelandet. „Ich habe mich total erschrocken und dachte zuerst, dass ich etwas angefahren habe“, erinnert sich die 24-Jährige. Als sie realisiert habe, dass es sich um ein kaputtes Ei handelte, habe sie nach den Eierwerfern Ausschau gehalten – ohne Erfolg. „Eine Passantin hat mir dann erzählt, dass ihr vor zehn Minuten genau das Gleiche passiert ist“, sagt Pflaum.
Die beiden Frauen informierten die Polizei. In einer Pressemitteilung wird später zu lesen sein, dass zwar kein nennenswerter Sachschaden entstanden ist, die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung jedoch trotzdem aufgenommen wurden.
Zumal es nicht die einzigen beiden Fälle an diesem Abend waren. So wurde das Anwesen eines 35-jährigen Rosenheimers in der Heubergstraße, wie berichtet, ebenfalls mit Eiern beworfen. Weil durch die Eier das verbaute Fliegengitter beschädigt wurde, entstand laut Polizei ein Sachschaden von rund 100 Euro.
Zu einem weiteren Zwischenfall kam es im Stadtteil Oberwöhr. Bereits zum zweiten Mal haben die unbekannten Eierwerfer dort das Haus von Anneliese Bauhuber beworfen. „Meine Pflegekraft hat mich am Dienstag darauf aufmerksam gemacht“, sagt sie. Bauhuber selbst leidet seit 50 Jahren an Multipler Sklerose und sitzt seit 28 Jahren im Rollstuhl. „Wenn es bei mir läutet, dauert es lange, bis ich an der Tür bin“, sagt sie. Aus diesem Grund könne sie weder sagen, wer hinter der Eier-Attacke steckt, noch um welche Uhrzeit sich der Vorfall ereignet hat.
Zumindest Ersteres will jetzt die Rosenheimer Polizei herausfinden. „Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, teilt Polizeihauptkommissar Robert Maurer mit. hei