Rosenheim – Viele kennen ihn aus ihrer Kindheit, als er die „Sendung mit der Maus“ und „Wissen macht Ah“ moderierte, oder sie kennen eines seiner zahlreich veröffentlichten Bücher. Nun besuchte Ralph Caspers die Rosenheimer Stadtbibliothek und begeisterte mit seiner Lesung die Prinzregentengrundschule und Familien.
Im Kinderhaus der Stadtbibliothek hörten die Kinder aufmerksam der neuen Geschichte „Milla und die sehr gefräßige Schule“ von Ralph Caspers und Ulf K., zu. Die Kinder verfolgten gespannt dem ersten Schultag von Milla und ihrem Freund Ben. Nach ihrer Einschulung bemerken die Freunde, dass alle Viertklässler plötzlich verschwunden sind. Nun wollen sie diesem Geheimnis in der Schule nachgehen.
Begeisterung
im Publikum
Langeweile konnte dabei nicht aufkommen. Caspers ahmte die Stimmen seiner fiktiven Charaktere nach, was die Kinder kichern ließ. Er integrierte die Kinder in seine Lesung mit ein, indem sie zusammen den Klang von zusammenstoßendem Metall imitierten. Caspers suchte mit den Kindern zusammen, wie im Spiel Galgenmännchen, nach den Nachnamen der Klassenkameraden von Milla. Oder er fragte sie, ob sie denn schon wüssten, was sich auf Wörter reime, die er mithilfe von Bildern vorzeigte. Caspers Lesung wurde mit passenden Bildern zu seinem Buch untermalt. Er ließ auch ein Video von Comiczeichner Ulf K. laufen, der ein Bild zum jeweiligen Geschehen zeichnete. Für Ralph Caspers war es keine Entscheidung, ein Kinderbuch zu schreiben, sondern es fühlte sich richtig an, es einfach mal auszuprobieren. So sei es für ihn niemals ein Plan gewesen, Moderator zu werden, sondern eine zufällige Gegebenheit, die ihn nun eine schöne Arbeit machen lasse. Caspers sehe in seiner Arbeit kein einfaches Kinderfernsehen oder -bücher, sondern es sei Ralph-Fernsehen und Ralph-Bücher. Es gehe dabei immer um etwas, was er selbst gerne sieht oder liest. Zwar seien Bücher mittlerweile etwas Althergebrachtes, jedoch sind sie etwas, was wir unserem Gehirn nach wie vor anbieten sollten. So gebe es viele unterschiedliche Gehirne mit unterschiedlichen Vorlieben und das sei das Großartige an Büchern, dass für jeden etwas dabei sei.
Die Inspiration für seine Werke stammen aus seinem eigenen Leben, denn alles ist autobiografisch, erklärte Ralph Caspers schmunzelnd. „Alles, was ich erlebe, kann so eine Keimzelle für eine neue Idee sein und das ist das Schöne dabei“.
Ralph Caspers sieht nicht nur das Ergebnis seines Buches als wichtig an, sondern der gesamte Prozess, mit all seinen Höhen und Tiefen, sei das Schöne am Schreiben. Es sei für ihn ein großartiges Gefühl, wenn er sich morgens an den Schreibtisch setze oder mit seinem Hund spazieren gehe und dabei eine neue Idee entstehe, die er verfolgen könne. Er beschreibt es wie ein Puzzle, wenn aus einer einzigen kleinen Idee etwas Großes entstehe. Und auch wenn mal alles zusammenfällt und man wieder von vorne anfangen müsse, empfindet Caspers als etwas Inspirierendes. Dabei stelle er sich die Frage, wie er aus dem, was ihn gerade ausgebremst hat, etwas Neues erschaffen könne. So seien auch Fehler etwas Gutes, da sie einen in neue Richtungen lenken können. Für Nachwuchsautoren hat er daher den Tipp, den Blick für alles offen zu halten, denn das helfe ihm persönlich beim Schreiben. Außerdem sei es wichtig, die Dinge zu machen, die einem Spaß bereiten.
Ein voller Erfolg
für Groß und Klein
Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Leiterin des Kinderhauses der Rosenheimer Stadtbibliothek, Gabriela Schmidt, war die Lesung ein voller Erfolg. Seit dem Ende der Corona-Pandemie sei die Anfrage von Schulen so hoch wie nie zuvor. „Der Bedarf ist da“, sagt Schmidt.
Zwar gebe es jede Woche mittwochs eine offene Vorlesestunde im Kinderhaus, doch Veranstaltungen wie Lesungen müssten dringend ausgebaut werden. Gerade für Kinder sei dies eine schöne Abwechslung vom Schulalltag.