Die Gefahr lauert hinter verschlossenen Türen

von Redaktion

Frauennotruf hilft Opfern – 220 Fälle von sexuellem Missbrauch in fünf Jahren

Rosenheim – In den vergangenen fünf Jahren wurden in Stadt und Landkreis Rosenheim 220 Fälle von sexuellem Missbrauch junger Menschen bei der Polizei angezeigt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sexuelle Gewalt erleiden, aber in keiner Statistik auftauchen, liegt deutlich höher. Im gleichen Zeitraum wurden 1380 betroffene Frauen in den Fachberatungsstellen des Frauen- und Mädchennotrufs Rosenheim beraten und begleitet. „Der Frauennotruf war eine Anlaufstelle, bei der ich mich immer aufgefangen fühlte. Fünf Jahre nach meiner Trennung führe ich jetzt ein selbstbestimmtes und freies Leben“, sagt eine Klientin.

Mit der Aktion „Tulpen statt Veilchen“ machen Mitarbeiterinnen des Frauen- und Mädchennotrufs auf das Leid betroffener Kinder, Jugendlicher und Frauen aufmerksam. Sie setzen ein Zeichen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt wie auch gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Und sie laden Rosenheimer Bürger ein, sie dabei zu unterstützen, das Thema verstärkt ins Licht der Öffentlichkeit zu stellen. „Sexueller Missbrauch und häusliche Gewalt sind keine Privatsache! Deshalb sind solche Aktionen so wichtig“, davon ist Gudrun Gallin, langjährige Leiterin der Fachberatungsstelle, überzeugt. Es brauche eine informierte Öffentlichkeit, Nachbarn, Lehrkräfte und viele mehr, die hinschauen und hinhören. Denn sexualisierte und häusliche Gewalt findet oft hinter verschlossenen Türen statt – zu Hause, im vermeintlichen Schutzraum der eigenen vier Wände. Am Freitag, 25. November, ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.

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