Rosenheim – Sophia Verena führt ihre Leser hinters Licht. Warum das eine gute Sache ist, zeigt ihr neues Buch „All die kleinen Sünden. Ein Fall für Felix Cain“. Es gab eine Zeit, in der Sophia Verena S. – die unter dem Künstlernamen Sophia Verena bekannt ist – einen ganzen Tag weder gegessen noch getrunken hat. Nur mit einem Nachthemd bekleidet, setzte sich die Autorin (32) direkt nach dem Aufstehen an ihren Schreibtisch und schrieb Seite für Seite: bis es draußen wieder dunkel wurde.
Im Nachthemd
am Schreibtisch
Mittlerweile beginnt die gebürtige Ebersbergerin ihren Schriftsteller-Alltag entspannter. Sie frühstückt, trinkt den von ihrem Mann zubereiteten Schwarztee, tauscht das Nachthemd gegen Alltagsklamotten und beginnt mit dem Schreiben.
So ist auch ihr jüngster Kriminalroman entstanden mit dem Titel „All die kleinen Sünden. Ein Fall für Felix Cain“. „Ich habe mich lange Zeit nicht getraut, einen eigenen Krimi zu schreiben, weil ich Angst hatte, den Leser nicht genug hinters Licht führen zu können“, sagt sie. Stattdessen veröffentlicht sie im Frühjahr 2020 den Roman „Monsieur Mounk und die kleinen Wunder des roten Hauses“ . Ein Jahr später folgt das zweite Buch. Beide seien inspiriert von alltäglichen Situationen und hätten das Ziel, für ihre Leser eine „kleine perfekte Welt zu schaffen“.
Es ist einer der Gründe, warum die Autorin mit der ruhigen und offenen Art selbst gerne und viel liest. Ihre Liebe zu Büchern entstand bereits in der Kindheit. Sie sei oft krank gewesen und musste häufig zum Arzt. Vor solchen Besuchen sei Verena angespannt gewesen. Um sie zu beruhigen, erzählte ihre Mutter ihr im Wartezimmer das Märchen von Aschenputtel. „Spaziergänge durch die Natur und das Lesen von Büchern entspannt mich“, sagt sie. Auf einem dieser Spaziergänge sei ihr auch die Idee für ihren ersten Kriminalroman gekommen. In dem Buch geht es um gleich mehrere Vermisstenfälle. Ein Mandant beauftrage den Privatdetektiv Felix Cain, seine Ehefrau ausfindig zu machen. Die ausfindig gemachte Frau bittet Cain daraufhin ihre kleine Schwester zu suchen. Was zunächst wie ein Fall von typischer jugendlicher Ignoranz aussehe, entwickelt sich laut der Autorin zu einem Gespann aus Lügen und Intrigen.
Handlung ohne
Smartphones
Weil sich die 32-Jährige für die Jahre 1890 bis 1950 begeistert, spielen alle ihre Bücher in dieser Zeit. Ihr gefalle an dieser Epoche vor allem, dass es weder Smartphones noch Computer gegeben habe. „Dadurch muss mehr Interaktion stattfinden“, sagt die Autorin. Das führe dazu, dass die Auflösung eines Falls länger dauere als in der heutigen Zeit.
Sophia Verena sitzt in einem Café in der Rosenheimer Innenstadt. Vor ihr liegt das Buch, für das ihr lange Zeit der Mut gefehlt hat, es zu schreiben. Jetzt hat sie es geschafft. Seit Juli 2022 ist der Kriminalroman in den Buchhandlungen erhältlich und die 32-Jährige könnte zufriedener nicht sein.