Rosenheim/Raubling – Die Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Rosenheim fand im Gasthof Huberwirt in Raubling statt. Der Vereinsvorstand berichtete über das Jahr 2021, stellte den Jahresabschluss vor und diskutierte Perspektiven für die Zukunft des Tierschutzvereins.
Das Tierheim hat im Jahr 2021 insgesamt 448 Tiere aufgenommen, davon wurden 269 Tiere an neue Familien vermittelt und 82 Fundtiere wurden von ihren Besitzern wieder abgeholt. Im Jahr 2021 hatte der Verein Einnahmen im ideellen Bereich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden in Höhe von 411000 Euro. Dazu kamen die Einnahmen aus dem Zweckbetrieb des Tierheims aus Schutzgebühren, Fundtierpauschalen oder Einzelabrechnungen für Fundtiere in Höhe von 139000 Euro.
Die Erste Vorsitzende Andrea Thomas wies darauf hin, dass insbesondere die Fundtierpauschalen in Höhe von 76000 Euro keinesfalls ausreichend sind, um den Betrieb des Tierheims dauerhaft zu garantieren. Für den Unterhalt der Tiere wurden letztes Jahr 92000 Euro ausgegeben, dazu kamen Tierarztkosten in Höhe von 265000 Euro und Personalkosten in Höhe von 365000 Euro. Außerdem Betriebskosten in Höhe von insgesamt 88000 Euro.
Eine Rechnung, die so nicht aufgehen kann, und auch im Jahr 2021 konnte der Tierschutzverein Rosenheim das negative Ergebnis von 270000 Euro nur durch ein Vermächtnis und eine Erbschaft ausgleichen.
Der Jahresabschluss 2021 wurde von den Kassenprüfern Andreas Bensegger und Markus Dick geprüft, die dem Tierschutzverein eine lückenlose und einwandfreie Buchführung bestätigten. Anschließend erteilten die anwesenden Vereinsmitglieder dem gesamten Vorstand die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021. Danach entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, warum die Gemeinden das Tierheim nicht mehr unterstützen.
Einige Kommunen sehen sich auch heute noch in keiner Weise in der Pflicht, dem Tierschutzverein die tatsächlich entstandenen Kosten zu erstatten und verweisen stattdessen auf den Staat oder negieren die Notwendigkeit eines Tierheims grundsätzlich.
Der Tierschutzverein Rosenheim blickt angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage mit Kostensteigerungen in allen Bereichen, insbesondere höheren Energiekosten, höheren Lohnkosten wegen der Anpassung des Mindestlohns und vor allem der extremen Erhöhung der Tierarztkosten aufgrund der neuen Gebührenordnung, in eine eher düstere Zukunft.