Rosenheim – Bürgerbusse sorgen für Mobilität, sie werden ehrenamtlich geplant und betrieben. Dank 26 Sponsoren erhielt das Bürgerhaus Miteinander jetzt einen neuen Bürgerbus.
Lange haben sie gewartet, jetzt ist er endlich eingetroffen: der neue Bürgerbus für das Bürgerhaus „Miteinander“, eines von insgesamt drei Bürgerhäusern der Stadt Rosenheim. Neben „Miteinander“ an der Lessingstraße 77 gibt es das Haus „Happing“ an der Happinger Straße 83 und das Bürgerhaus „E-Werk“ an der Oberwöhrstraße 76.
Wichtig für
das Miteinander
Die Bürgerhäuser sorgen für wirtschaftliche und soziale Verbesserungen in den jeweiligen Stadtteilen. Somit fördern sie unterschiedliche Projekte und tragen unter anderem zur kulturellen Bildung von Schulen und Vereinen bei. Jedes dieser Häuser verfügt über einen eigenen Bürgerbus, doch für das Haus „Miteinander“ musste ein Ersatz her. „Wir sind für unsere Projekte auf ein Auto angewiesen“, erklärt Werner Pichlmeier, Leiter der sozialen Stadt Rosenheim. „Doch wer sollte das finanzieren?“
Es gibt einiges zu beachten bei der Anschaffung eines Bürgerbusses, der ausschließlich von Werbung finanziert wird. Unter anderem die Suche nach Mitwirkenden, die das Projekt finanzieren. Laut Pichlmeier sei es vor einem Jahr nicht klar gewesen, ob das Bürgerhaus „Miteinander“ in Rosenheim genug Sponsoren findet.
Dank 26 Werbepartnern konnte jetzt ein neuer Bürgerbus angeschafft werden. Zu den Sponsoren zählen die Zahnarztpraxis Beer, die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling und die Rosen-Apotheke. „Wir sind sehr zufrieden, denn wir hätten uns selbst nicht mal ebenso ein neues Auto leisten können“, erklärt Pichlmeier. Mit 26 Werbe-Logos sei er der erste kunterbunte Bürgerbus in Rosenheim. „Der Bus ist einmalig und fällt auf“, so Pichlmeier. Von dieser Neuanschaffung haben alle Beteiligten einen Nutzen. „Das Bürgerhaus hat jetzt ein neues Transportmittel und gleichzeitig bekommen die Firmen eine tolle Werbung“, fährt Pichlmeier fort. Dies überzeugte auch Swetlana Bohl von Elegance Beauty, bei dem Projekt mitzumachen. „Ich mache Werbung für mein Geschäft und parallel kann ich anderen Menschen helfen.“
Dies kann Anton Heindl, Vorsitzender vom Hauskrankenpflegeverein Rosenheim, bestätigen: „Wir sammeln zweimal die Woche Menschen, die demenziell erkrankt sind, für die Nachmittagsbetreuung ein.“ Seit Jahren bekommen die Ehrenamtlichen von der Sozialen Stadt dafür einen Bus gestellt. Sie haben es daher als sinnvoll empfunden, mit ihrer Werbung weitere Bürgerbusse zu unterstützen. Auch Dominik Mendel von Rotmilan Holzgestaltung sieht im Bürgerbus eine gute Sache: „Wir sind eine regionale Inneneinrichtung und Schreinerei, es ist daher nicht schlecht, auch regionale Werbung zu machen.“
Am Donnerstag wurde der neue Bürgerbus im Beisein der Sponsoren präsentiert. „Alle waren sehr zufrieden mit der Platzierung ihrer Werbung“, sagt Pichlmeier. Es sei eine gelungene Aktion für das Bürgerhaus „Miteinander“. Für die Sponsoren wünscht er sich, dass die Firmen durch die zusätzliche Werbung mehr Kunden gewinnen können. „Es wäre schön, wenn die Firmen spüren, dass ihre Werbung in vieler Hinsicht Wirkung zeigt.“ Der Bus kann durch die Sponsoren für mindestens fünf Jahre benutzt werden.
Begeisterung über
den Bürgerbus
Auch Irmgard Oppenrieder, Vorsitzende des Seniorenbeirats, ist von dem neuen Bürgerbus begeistert. Senioren bräuchten solche ehrenamtlichen Fahrten, vor allem im Winter. Es seien nicht nur Einkaufsfahrten. Ältere Menschen müssen auch zu Behörden oder Ärzten. „Jetzt müssen wir beobachten, wie die Busse angenommen werden, um zu überlegen, ob es mehr davon in Rosenheim braucht“, sagt Oppenrieder.
Dass diese Art der Mobilität in Rosenheim gefragt ist, zeige der volle Terminkalender des Bürgerhauses E-Werk. „Die Nachfrage ist hoch, ob für ehrenamtliche Tagesfahrten oder Ausflüge von Familien“, erklärt Andreja Gavrilovic aus der Verwaltung des Bürgerhauses. So fahre ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einmal pro Woche mit 19 Senioren zum Einkaufen. Privatpersonen können die Bürgerbusse auch mit einem Anhänger ausleihen.
Die Bürgerbusse werden für die Ehrenamtsprojekte der Sozialen Stadt Rosenheim verwendet. Darunter fallen Kinderfreizeiten oder Einkaufsfahrten für Senioren. Sie stehen aber auch den jeweiligen Stadtteil-Bewohnern gegen eine geringe Gebühr für die Nutzung zur Verfügung. Die Gebühren können bei den jeweiligen Bürgerhäusern nachgefragt werden. „Wichtig zu erwähnen ist, dass wir keine Art Taxi sind. Aber wenn Anwohner das Auto brauchen, dann steht es für sie zur Verfügung“, sagt Pichlmeier.
Der Bürgerbus fahre vor allem durch die Stadt Rosenheim. „In Rosenheim befinden sich unsere Projekte. Aber wenn wir im Landkreis Kinder oder Senioren abholen müssen, dann spielen Stadtgrenzen keine Rolle”, erklärt Pichlmeier. Die Neuanschaffung sei bedeutend für die Soziale Stadt. „Die Stadtteilbusse sind wichtige Bausteine der Ehrenamtsarbeit und der Förderung bürgerschaftlichen Engagements.“