Neuanfang und Zukunft für 140 Kinder

von Redaktion

Monika Stöckl unterstützt mit „Wiphala“ die schulische Entwicklung in Bolivien

Rosenheim/Altenmarkt – Für 140 Kinder und Jugendliche ist „Wiphala“ zum Synonym für Neuanfang und Zukunft geworden. Und das in einem Land, das von Krisen gebeutelt wird, in dem Armut allgegenwärtig ist und unvermeidbar scheint.

Häuser sind in
einem „Top Zustand“

Die gebürtige Altenmarkterin Monika Stöckl hat mit dieser von ihr mitinitiierten Institution gemeinsam mit vielen Helfern in Deutschland und Bolivien in mehr als 20 Jahren eine Infrastruktur geschaffen, auf deren Basis alljährlich Kindern Halt, Jugendlichen eine Ausbildung und Studierenden ein Beruf vermittelt werden konnte. Ein Erfolg, der auch aufgrund Spenden aus der Region möglich war.

Im Frühjahr machte sich Stöckl nach zwei Jahren coronabedingten Einschränkungen wieder ein Bild vor Ort und reiste ins bolivianische El Alto. Sie freute sich über das, was sie dort sah: „Die beiden Häuser sind in einem Top Zustand, in den Gruppen sind so viele Kinder wie noch nie und mich empfing ein ausgesprochen engagiertes und professionelles Team.“ Betsa, die bolivianische Projektkoordinatorin, hatte stets das Wohl der Kinder im Blick. Auch während coronabedingten Auflagen hielt sie den Betrieb aufrecht – bei mehr als 140 betreuten Kindern und Jugendlichen. Dazu kommen Nahrungsmittelengpässe, Preiserhöhungen und Massenarbeitslosigkeit.

Zahlreiche Familien leben in prekären Verhältnissen. Die Kinder müssen Geld auf den Straßen der Großstadt dazuverdienen. Hier spielt „Wiphala“ als erste Anlaufstation eine zentrale Rolle. Die Kinder werden mit ausgewogener Ernährung in einer Mittagsbetreuung versorgt. Auch die Familien der Kinder erhalten Pakete mit Essen und Kleidung. Regelmäßiger Schulunterricht wird ebenfalls geboten. Die Ausbildungshilfe ende aber nicht in der Schule. Die Jugendlichen werden in der hauseigenen Bäckerei, Metallwerkstätte und Näherei ausgebildet. Die über 60 Auszubildenden lernen dabei nicht nur einen Beruf, sondern schaffen wichtiges Inventar für die Einrichtung und helfen bei der Instandhaltung mit. Das Projekt ermöglichte es zudem 34 Studierenden ihre Studien in Zahnmedizin, Erziehungswissenschaften und Elektronik fortzuführen.

Zur Versorgung der Kinder und Jugendlichen zähle außerdem die medizinische Betreuung. „Kollegin Janneth kümmert sich um die gesundheitlichen Belange“, so Stöckl. In Zahlen bedeute dies, dass sie 142 Zahnarzttermine sowie 228 Behandlungen bei Allgemeinmedizinern in diesem Jahr organisiert habe. Mit Krankenhäusern habe sie Vereinbarungen unterzeichnet, um den Kindern Behandlungen zu erschwinglichen Kosten zu ermöglichen.

Auch aus der Region kam Hilfe. „Manuels Hörgeräte konnten wir mit Fernschaltung zu einem Traunsteiner Hörgeräte-Akustiker wieder gangbar machen.“

Für Kinder und Jugendliche, deren Eltern verstorben sind oder deren Wohl zu Hause gefährdet ist, gibt es „betreutes Wohnen“. Zehn Jungen nutzten in diesem Jahr diese Gelegenheit, fanden in „Wiphala“ nicht nur ein neues Zuhause, sondern zudem eine neue Familie. Im Jahresbericht ist auch ein Kapitel dem Strickprojekt gewidmet. „Hier produzieren 40 Strickerinnen im Alter von 30 bis über 80 Jahren für mehr als 40 Weltläden in Deutschland und Südtirol sowie das Unternehmen Maloja hochwertige Strickwaren aus hundert Prozent Alpakawolle“, informierte Stöckl. In diesem Jahr war man auf Messen in Bozen und Brixen.

Dank an Unterstützer für ihre Spenden

Zuletzt dankte Stöckl den Unterstützern. Gerade unter den aktuell erschwerten Bedingungen, die ein armes Land wie Bolivien härter treffen als die westliche Welt, seien die Spenden wichtiger denn je geworden.

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