Kommentar

Beruf wirdnicht attraktiver

von Redaktion

Mehr arbeiten, Abteilungen zusammenlegen und ab und zu ein Yogakurs. Das sind die Vorschläge der Expertenkommission der Kultusministerkonferenz, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Das macht aus betriebswirtschaftlicher Perspektive sogar Sinn. Am Ende kann man nur an den zwei Stellschrauben drehen, um die Produktion auf ähnlichem Niveau zu belassen. 

Wobei Niveau und Ziele wie Bildungsgerechtigkeit nur auf dem Papier gehalten werden können. In der Realität wird jeder Schüler, der individuelle Förderung bräuchte, unter den Tisch fallen. Schlicht, weil ein Lehrer mit über 30 Kindern in der Klasse und nochmal so vielen vor den Bildschirmen keine Zeit hat.  Abseits der Ironie, dass ausgerechnet aus der Kultusministerkonferenz betriebswirtschaftliche Vorschläge gemacht werden, die jeder müde Insolvenzverwalter als Allererstes heranzieht, ist die Kurzsichtigkeit der Ministerien eine Katastrophe. Anstatt ein marodes System zu hinterfragen, wird es auf dem Rücken von Lehrern und Schülern am Laufen gehalten. Und der Beruf wird bestimmt nicht attraktiver, wenn die Mitarbeiter immer mehr zu schultern haben.

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