Günter Schübel erhält THW-Ehrenzeichen

von Redaktion

Der Kolbermoorer ist seit 46 Jahren beim Technischen Hilfswerk aktiv. Jetzt hat der 67-Jährige für sein „überdurchschnittliches Engagement“ eine der höchsten Auszeichnungen erhalten, die es bei der Hilfsorganisation gibt.

Rosenheim – Es war eine Überraschung, die besser nicht hätte glücken können. „Ich habe nichts geahnt“, sagt Günter Schübel einen Tag später am Telefon. Er sei gerade in der Arbeit gewesen, als er von seinen Kollegen vom Technischen Hilfswerk (THW) abgeholt und zum Rosenheimer Rathaus gefahren wurde. Dort habe seine Frau auf ihn gewartet – mit seinem Dienstanzug. Während sich Schübel umzog, trudelten immer mehr Menschen im Rathaus ein.

Zahlreiche
Ehrengäste

Darunter waren beispielsweise der neue Leiter der Bundespolizeiinspektion Ludger Otto, der gemeinsam mit Hauptkommissar Robert Maurer von der Rosenheimer Polizei kam. Dann die Vertreter der Feuerwehr, darunter Stadtbrandrat Hans Meyerl, Kreisbandrat Richard Schrank und Stadtbrandinspektor Mario Zimmermann. Ebenso der stellvertretende Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Thomas Neugebauer, der Stadt- und Kreisgeschäftsführer der Malteser Ernst Schütz, der Referatsleiter im THW-Landesverband Bayern Tilman Gold, die Dritte Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim Gabriele Leicht sowie zahlreiche THWler.

Sie alle waren gekommen, um Günter Schübel zu ehren. Einen Mann, der seit 46 Jahren beim Technischen Hilfswerk ist. „Er gehört zu den engagiertesten Helfern des THW-Ortsverbands Rosenheim. Diese außergewöhnliche Leistung über 40 Jahre aufrechtzuerhalten, ist eigentlich für sich eine Auszeichnung wert“, sagte Tilman Gold, Referatsleiter im THW-Landesverband Bayern. Schübel sei unter anderem 1982 nach Beirut gereist, um gemeinsam mit anderen Helfern die Wasserleitungen zu reparieren, die durch den Bürgerkrieg und Bombenangriffe zerstört worden waren. Fast zehn Jahre später reiste er mit einer Gruppe in den Iran – nur wenige Monate nach dem Golfkrieg.

Es waren zwei der „extremeren Einsätze“, an die sich Günter Schübel an diesem Abend erinnerte – und zwei der Momente in seiner Vita, die jeweils mehrere Seiten füllen könnten. Das wurde während der fast zehnminütigen Rede von Tilman Gold deutlich. Doch auch daheim vor Ort setzte sich Schübel mit Hartnäckigkeit unter anderem dafür ein, dass die Einsatzkräfte des THW montags das städtische Lehrschwimmbecken in Aising für Ausdauersport und die Ausbildung im Winterhalbjahr nutzen konnten – ebenso wie die städtische Schulturnhalle in Westerndorf.

„Mit besonderem Augenmerk widmet sich Günter Schübel den Liegenschaften des Ortsverbandes“, sagte Gold in seiner Rede. Die Gebäude seien in einem bemerkenswert guten Zustand. Schübel renoviere zum Teil selbst, betreibe zudem den Winterdienst in der Unterkunft. Auch die Beschaffung des Kompakttraktors sei allein auf Schübels Engagement zurückzuführen. Zudem seien die Idee und Ausgestaltung des Ortsverbandsmuseums am Wasserübungsplatz dem 67-Jährigen zu verdanken.

„Für die konstruktive Zusammenarbeit, den Zusammenhalt und die Kameradschaft im Ortsverband und darüber hinaus zu anderen Ortsverbänden sowie Feuerwehren und Hilfsorganisationen setzt er sich auf allen Ebenen ein“, lobte Gold. Und das nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch mit der Protezione Civile, dem Katastrophenschutz, in Italien.

Darüber hinaus, so Gold weiter, habe Schübel einen entscheidenden Anteil an der Fachgruppe Bergungstauchen im Ortsverband Rosenheim. Als langjähriger Leiter der Tauchgruppe habe Schübel in der Örtlichen Gefahrenabwehr ein „dichtes Netz an Kontakten geknüpft“ und die Tauchgruppe des Ortsverbandes weit über Bayern hinaus bekannt gemacht.

Bereits 1987 wurde Schübel deshalb mit dem Helferzeichen in Gold ausgezeichnet, 1995 mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz und 2003 mit dem Ehrenzeichen in Bronze. Und nun kam noch das Ehrenzeichen in Silber hinzu, das Schübel im Kreise von Familie, Kollegen und Freunden überreicht wurde.

Der Kolbermoorer
will weiter helfen

„Sie haben sich nicht auf Ihren Zeichen ausgeruht“, sagte Gabriele Leicht, Dritte Bürgermeisterin Rosenheims. Im Gegenteil. So würden Schübel und seine Kollegen weiterhin helfen, sei es den Flutopfern im Ahrtal oder den Erdbebenopfern in der Türkei – immer ohne daran zu denken, wie viel „Zeit, Energie und Gesundheit“ ihnen dieser Einsatz abverlangt. „Ohne Ihr Engagement wäre unsere Gesellschaft nicht möglich und Rosenheim nicht lebenswert“, betonte Leicht.

Sie bedankte sich bei Schübel für seinen langjährigen Einsatz und wünschte ihm für die kommenden Jahre „viel Tatkraft, Spaß und Freude“. Denn wenn es nach dem 67-Jährigen geht, ist seine Zeit beim THW noch lange nicht zu Ende. „Ein paar Jahre werde ich noch machen. Dann müssen die Jüngeren ran“, sagte er. Bis dahin wird es für den Kolbermoorer sicher noch die ein oder andere positive Überraschung geben, wie die Verleihung des THW-Ehrenzeichens in Silber.

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