Vom Stadtmeister bis zum Olympiasieger

von Redaktion

Bowling, Automobil-Slalom, Segelfliegen: In Rosenheim gibt es zahlreiche Sportarten, von denen viele gar nicht wissen, dass sie existieren. Die Rosenheimer Sportgala soll das ändern. Nach zwei Jahren Pause hat sie jetzt wieder stattgefunden – mit vielen Höhepunkten.

Rosenheim – Der Sport gehört zu Rosenheim dazu. Davon ist Oberbürgermeister Andreas März überzeugt. „Wir sind schon immer eine Sportstadt gewesen“, sagte er im Rahmen seiner Eröffnungsrede in der Gaborhalle. Es gehe nicht nur darum, Wettkämpfe zu gewinnen und Auszeichnungen zu bekommen, viel mehr hilft der Sport März zufolge dabei, das Selbstvertrauen zu stärken und die jeweilige Persönlichkeit zu entwickeln. „Wir brauchen in der Stadt Menschen, die selbstbewusst durchs Leben gehen“, sagte er. Umso wichtiger sei es, dass die Sportgala wieder stattfinden könne.

Verabschiedung von Kathrin Rohrmüller

Bereits zum neunten Mal diente die Gaborhalle als Veranstaltungsort. „I gfrei mi narrisch, dass ihr da seid“, sagte Thomas Bauer, Vorsitzender des Stadtverbands für Leibesübungen und selbst zweimaliger Sportler des Jahres. Hunderte von Zuschauern hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ihren Platz auf der Tribüne eingenommen. Sie applaudierten, als Bauers Vorgängerin, Kathrin Rohrmüller, verabschiedet wurde und Moderator Alex Müller auf die Bühne kam.

Müller – selbst begeisterter Sportler – war bereits zum zehnten Mal dafür zuständig durch das dreistündige Programm zu führen. Höhepunkt war – wie in den Vorjahren – die Ehrung von Rosenheims Sportler und Sportlerin sowie Mannschaft des Jahres. 38 Wahlberechtigte, bestehend aus Stadträten, Vertretern der Stadtverwaltung, Medienvertretern und Vorsitzenden der mitgliedsstärksten Rosenheimer Sportvereine, haben sich die Vorschläge angeschaut, sich über die jeweiligen Top-Erfolge informiert und ihr Kreuz hinter den Namen beziehungsweise das Team gesetzt, von dem sie am meisten beeindruckt waren.

Bei den Frauen war das heuer Nina Dotzauer vom MTV Rosenheim. Die Abwehrspielerin gewann unter anderem mit der U18-Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft. Hinter ihr platzierten sich Lisa Köstle vom Kajak-Klub Rosenheim und Miriam Siebert von den Starbulls Rosenheim.

Bei den Männern setzte sich der Snowboarder und Weltcup-Gewinner Leon Vockensperger vom Skiclub Rosenheim durch. Weil der Sportler aus Flintsbach im Moment noch eine Augenverletzung auskuriert, nahm sein Vater die Auszeichnung entgegen. „Er war jetzt nach vier Wochen zum ersten Mal wieder im Schnee. Jetzt ist alles gut“, informierte er die Zuschauer. Zweiter bei der Sportlerwahl wurde der U18-Eishockeyspieler Kilian Kühnhauser von den Starbulls Rosenheim. Den dritten Platz belegte Robert Vierag vom Sportbund Rosenheim – deutscher Meister bei den Special Olympics im Bowling.

Zur Mannschaft des Jahres wurden die Berglauf-Damen und deutsche Meisterinnen des PTSV-Rosenheim gekürt, um Kerstin Esterlechner, Kristina Schollerer und Irmi Hobmaier. Dahinter rangierten die Hockey-Damen des Sportbunds Rosenheim auf Platz zwei. Dritter wurde die U15-Eishockey-Mannschaft der Starbulls Rosenheim.

In diesem Zusammenhang erinnerte Moderator Axel Müller an das Schicksal des schwer verletzten Eishockey-Spielers Mike Glemser, der nach einem tragischen Unfall vom Halswirbel abwärts gelähmt ist. „Wir wollen heute dazu beitragen, dass das Spendenziel von 500000 Euro erreicht wird“, sagte Müller und verwies auf eine Spendenbox, die am Ausgang aufgestellt wurde.

Neben den Ehrungen erwartete die Zuschauer ein buntes Rahmenprogramm. So gab es unter anderem eine Zirkus- und Einrad-Aufführung des TuS Großkarolinenfeld. Die Mitglieder des Vereins Seiwakan Budo Rosenheim zeigten dem Publikum verschiedene Griffe, Sportbund-Basketballer Jguwon Hogges überzeugte mit einer kleinen Dunking-Show. Für Jubel sorgte kurz vor Ende der Veranstaltung der Auftritt des Rosenheimer Rock-‘n‘-Roll-Clubs.

Begegnungsfest auf dem Max-Josefs-Platz

Drei Stunden später und nach einer Verlosung endete die 41. Rosenheimer Sportgala. Natürlich mit Hinweis auf das anstehende Begegnungsfest am 14. Juni auf dem Max-Josefs-Platz. Denn Rosenheim ist eine von 216 Gastgeberstädten bei den „Special Olympics World Games Berlin 2023“ und empfängt eine 40-köpfige Delegation aus Mauritius. Die Stadt ist damit Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte Deutschlands. Es ist ein erneuter Beweis dafür, dass Sport in Rosenheim einfach dazugehört.

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