Jugendparlament trifft sich zu Alpenkonvention

von Redaktion

Rosenheimer Delegation reist nach Sonthofen – Sieben Länder nehmen daran teil

Rosenheim – „Eine Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen über Politik auszutauschen.“ Das findet Finn Butenandt aus der elften Klasse des Karolinen Gymnasiums Rosenheim. Wahrscheinlich stimmt ihm die Mehrheit der Teilnehmer des Jugendparlaments zur Alpenkonvention (kurz YPAC) dabei zu.

An dem jährlichen Treffen der Parlaments-Simulation nehmen Schüler aus zehn Schulen und sieben Alpenländern, nämlich Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Slowenien und Liechtenstein, teil. Das Rosenheimer Karolinen Gymnasium schickte auch dieses Jahr eine Delegation aus sechs Schülerinnen und einem Schüler nach Sonthofen im Allgäu. Nach zwei Jahren coronabedingten Online-Treffen fand das YPAC dieses Jahr wieder in Präsenz statt.

Das Thema, das die Jugendlichen diskutierten, war die Lebensqualität in den Alpen. Dazu wurden die Teilnehmenden in vier Ausschüsse eingeteilt, die sich jeweils mit einem der Unterthemen „Tourismus“, „gesellschaftliches Zusammenleben“, „die Umwelt betreffende Herausforderungen“ und dem „kulturellen Leben“ auseinandersetzten. Drei Tage lang diskutierten die Jugendlichen und entwickelten konkrete Forderungen, die sie der Politik stellen möchten.

Von den erarbeiteten zwölf Forderungen, jeder Ausschuss stellt drei, werden letztendlich acht in der sogenannten „General Assembly“, der Generalversammlung, gewählt. Diese werden am letzten Tag lokalen Experten und Politikern vorgestellt. Unter den acht gewählten Forderungen waren viele gute Ideen, die auch den anwesenden Politikern gefielen. So wurde zum Beispiel die Errichtung eines Brücken- und Tunnel-Systems für Wildtiere vorgeschlagen, das von Chamonix bis Maribor reichen soll.

Diese „Infrastruktur“ für Tiere soll Wildtieren bei der Überquerung von Straßen und dergleichen helfen, sodass weniger Unfälle passieren und so die Biodiversität der Alpen erhalten bleibt. Außerdem fordern die Jugendlichen eine Art Ticket für die Alpen, womit Touristen auch unbekannte Sehenswürdigkeiten entdecken können und die Besucher der Alpenregion besser verteilt werden. Auch das Thema Kultur war für die Mitwirkenden wichtig. So entstanden Forderungen, wie die Einführung eines kulturellen Dienstes für Jugendliche, mit dem sie die Kultur der Region kennenlernen und sich eine Art Bonus verdienen können. Dieser gibt die Möglichkeit, das kulturelle Angebot der Region vorteilhaft zu nutzen.

Aber das YPAC ist mehr als nur Politik und Diskussion. Für die etwa 80 teilnehmenden Schüler ist es auch ein Ort für Begegnung. Es schafft Freundschaften, die über die Ländergrenzen hinweggehen und „ist eine Möglichkeit, mich mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern auszutauschen“, sagt Clara Veeh aus der neunten Klasse des Karo Gymnasiums. Man lerne voneinander und die kulturelle Vielfalt der Alpen werde einem durch die Mischung verschiedener Sprachen und Lebensweisen erst bewusst.

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