Zum Artikel „Innstraßen-Pläne stoßen auf Skepsis“, erschienen im Lokalteil:
Unser Oberbürgermeister hat der Innstraße ein „geringes Entwicklungspotenzial“ attestiert. Das Bauvorhaben in der Innstraße zwischen Mangfall und Inn ist beschlossene Sache, obwohl es sich um „extrem dominante Gebäude“ handelt, die sich nicht in die Umgebung einfügen. Bebauungsplan? Nicht nötig. Ein Immobilienunternehmen errichtet auf dem ehemaligen Gärtnereigelände zwei Wohnblöcke, in denen der Konzern i Live 166 Mikroapartments anbieten wird. Das Mietverhältnis ist auf zwei Jahre befristet.
Wegen angeblich schlechten Baugrunds müssen auch keine Tiefgaragen gebaut werden, der ach so schlechte Baugrund trägt aber problemlos die Silos, Lager und Gebäude der Betriebe Bernrieder, Union Beton und ein unterkellertes Hochhaus. Was machen die anders?
Für insgesamt 181 Wohneinheiten muss der Bauträger also nur 81 Pkw-Stellplätze zur Verfügung stellen. Die restlichen Pkw sollen auf benachbarten Grundstücken abgestellt werden. Da ist es interessant zu wissen, dass der Stadtrat ein Bauprojekt in der Färberstraße aufgrund fehlender Stellplätze im einstelligen Bereich abgelehnt hat.
Sucht man den Konzern im Internet, stößt man relativ schnell auf eine ähnliche Problemstellung: So sieht sich die Stadt Ingolstadt gezwungen, wegen Fehlbelegung der Apartments und den daraus fehlenden Stellplätzen dem Konzern rechtliche Schritte anzudrohen. Die Anwälte des Konzerns nehmen es gelassen. Demnächst wohl auch in Rosenheim.
Wenn man sieht, was hier den Anwohnern und den neuen Bewohnern des Areals vom Stadtrat zugemutet werden soll, kommt man nicht zu dem Ergebnis „geringes Entwicklungspotenzial“ oder „historische Chance“ sondern zu „mutwillig zerstört“.
Franziska Paukner
Rosenheim