Ein Einblick in die bayerische Sprache

von Redaktion

Dialektforscher Anthony Rowley zu Gast in Rosenheim

Rosenheim – Nach fast dreijähriger pandemiebedingter Verschiebung begrüßte Anneliese Riepertinger als Seniorenbeauftragte des Bayerischen Bauernverbands den Sprach- und Dialektforscher Professor Dr. Anthony Rowley im Gasthof Höhensteiger in Westerndorf zu seinem Vortrag „Das Bairische und die Mundarten um Rosenheim“.

Mehr als 80 Gäste hatten sich bereits zu einem gemeinsamen Frühstück angemeldet, als der ehemalige Vorsitzende der Wörterbuchkommission mit der Redewendung „Pack ma’s“ aus der Neuausgabe des Wörterbuches seine Ausführungen über die Bedeutungen der Schriftsprache und der gesprochenen Dialekte begann, nicht ohne den Klassiker Goethe zu zitieren: „Die Seele schöpft Atem aus dem Dialekt“.

In der Sprachforschung, die das Bairische stets als eigenständige Sprache ohne Genetiv und erste Vergangenheit begreift, kann man die unterschiedlichen Dialekte und die Lautverschiebungen eben nicht aus der Schriftsprache ableiten, sondern eher an territorialen Grenzen oder geografischen Voraussetzungen wie Flussläufe oder Gebirge festmachen. In vielen Beispielen wurden die Aussprachevarianten einzelner Begriffe von den Zuhörern immer wieder auch bestätigt oder auf lokale Abweichungen, speziell am Samerberg, hingewiesen.

In einer Wortmeldung am Ende des informativen Vortrags gab ein Besucher einen Einblick, wie schwer es für jemand des Bairischen nicht mächtig sein muss, einen einfachen Dialog zu verstehen: In seiner Ortschaft fragte einer seinen Freund, ob das sein Radl sei, mit dem er hier sei, und der Freund antwortete: „Naa, des is des sie des sei“ womit er unter Umgehung auch aller Genderregeln sagen wollte, dass er mit dem Fahrrad seiner Frau da sei.

So endete die sowieso schon durch die vielen humorvollen Beiträge von Professor Rowley aufgelockerte Veranstaltung mit einem grandiosen Lacher und viel Applaus. lüe

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