Historischer Verein wählt neuen Vorstand

von Redaktion

Eine digitalisierte Neuauflage der Tagebücher von Elisabeth Block ist in Planung

Rosenheim – Seinen „Markenkern“ zu bewahren und sich dennoch weiter für neue Themenfelder zu öffnen, dieses Ziel hat sich der Historische Verein aus Rosenheim für die kommenden drei Jahre bei seiner jüngsten Hauptversammlung vorgenommen.

Man denkt im Verein über die Möglichkeit nach, den berühmten „Codex Falkensteinensis“ in einer deutschen Transkription zu veröffentlichen. Das mittelalterliche Handschriftoriginal existiert nur noch in seiner lateinischen Fassung, die in der Münchener Staatsbibliothek liegt. Eine deutsche Abschrift ist seit dem 18. Jahrhundert verschollen. Mit der Veröffentlichung einer deutschen Übertragung wäre eine wesentliche Quelle zur Geschichte des Inntales in der Stauferzeit einem breiteren Publikum zugänglich.

Dennoch will der Verein neben diesem Vorhaben einen Blick darüber hinaus wagen. Einen entsprechenden Auftakt machte der Vortrag von Georg Loferer zu Beginn des Jahres mit dem Projekt „Apfel-Birne-Berge“. Hierbei ging es nicht nur um die Historie: Loferer gab einen kurzen Abriss über die Geschichte alter Obstsorten in den gebirgsnahen Landkreisen von Weilheim bis Berchtesgaden, stellte aber auch die aktuellen Bemühungen dar, dieses „essbare Kulturgut“ wieder verstärkt in den Handel zu bringen. In Zukunft möchte der Verein vermehrt solche Themen aufgreifen, die am Tellerrand und über das eigentlich Historische hinaus zu finden sind.

Ganz in diesem Sinne ist auch das Vorhaben, die Zusammenarbeit mit den Schulen in Stadt und Landkreis weiter auszubauen. Ein geplantes Projekt wäre hierzu eine Neuauflage der Tagebücher von Elisabeth Block. Jenes Mädchen, das in Niedernburg bei Prutting aufwuchs, in Rosenheim zur Schule ging und in der Nazizeit in einem Konzentrationslager ermordet wurde. Hierbei wird keine Buchform beabsichtigt, sondern eine digitale Variante, damit der Inhalt dauerhaft für jeden sowie jederzeit zugänglich ist. Die nächste Veranstaltung des Historischen Vereins findet bereits am kommenden Samstag, 29. April, von 10 bis 12 Uhr im Technischen Museum des Bundesgrenzschutzes (BGS) im Kapellenweg 9 in Rosenheim statt. Bei einer Führung wird anhand von Fahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen ein Bogen gespannt von den Anfängen des BGS über die lange Phase des Kalten Krieges, es wird von den Einsätzen während der Terroranschläge der Roten-Armee-Fraktion, aber auch über die Demonstrationen um Wackersdorf bis hin zu aktuellen Aufgabenstellungen gesprochen. Interessierte können sich per E-Mail an info@historischervereinrosenheim. de oder unter der Telefonnummer 08031/9411655 anmelden.jt

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