Feiern bis in die frühen Morgenstunden

von Redaktion

Zum ersten Mal seit der Pandemie fand in Rosenheim die „Wirtshausroas“ wieder statt – Veranstalter zieht positives Fazit

Rosenheim – Gerade, als es losgehen soll, wird er unterbrochen. Die Kapelle, genauer „De drei Gvierigen & da Bass“, spielt ihr Stück genau in dem Moment an, in dem Ben Kobe die „Wirtshausroas“ eröffnen will. Sie sitzen vor dem Burgerrestaurant „Hans im Glück“. Das Wetter ist gut und warm, sodass sich Gäste und Musik draußen versammeln. Nach einem kurzen Hinweis kann es losgehen: Ben Kobe, Geschäftsführer der „Wirtshausroas GmbH“, eröffnet die Veranstaltung mit einer kurzen Rede. Ein „Prosit“ gibt’s hinterher.

Gute Stimmung,
gutes Wetter

Es ist das erste Mal seit der Pandemie, dass die „Wirtshausroas“ in Rosenheim stattfinden kann. Angst vor weniger Gästen als früher hat Kobe aber nicht: „Die Stimmung ist gut, die Sonne scheint“, sagt er. Tatsächlich ist schon um 18 Uhr, rund eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Start, der VIP-Bereich gut gefüllt. Dort sitzen auch Lena Wilhelm und Florentine Riemer – zwei Gäste, wie die allermeisten in Tracht unterwegs. „Ich finde es ein schönes Zusammenkommen, bei dem man die bayerische Tradition pflegen kann“, sagt Wilhelm. Und auch Riemer freut sich auf die „Wirtshausroas“, besonders auf die Vielfältigkeit: „Wenn einem in einer Kneipe die Musik mal nicht gefällt, kann man einfach in die nächste wechseln.“ Und nachdem der Trachtenverein „D’Innviertler“ aufgeplattelt hat, geht es los: „Auf ein tolles, rauschendes Fest“, ruft Kobe. „Voigas!“

In anderen Städten gibt es die „Wirthausroas“ schon lange, nach Rosenheim kam sie im Jahr 2018. Das Konzept: Die Gäste zahlen einmal Eintritt und können dann zwischen verschiedenen Wirtshäusern und Bars wechseln, in denen unterschiedlichste Musiker spielen – meist bayerische Musik. Gesetzter Termin in Rosenheim ist immer der 30. April. Etwa zehn Leute arbeiten über das ganze Jahr daran, Bands und Wirtshäuser zu organisieren, am Abend selbst sind etwa 80 Menschen im Einsatz.

26 Lokale öffnen ihre Türen in diesem Jahr, neben traditionellen bayerischen Wirtshäusern auch modernere Restaurants, wie das „My Indigo“ am Busbahnhof. Dort sitzt Anna Gschmeißner mit Freundinnen. Sie sind extra aus Weilheim angereist. „Wir freuen uns auf das ,Onkel Bazi Orchester‘“, erzählt sie. „Eine Empfehlung von einer Freundin.“

Ein paar Straßen weiter, im Flötzinger Bräustüberl, plant eine Freundesgruppe auch schon die nächsten Stationen: Ins Ballhaus, in den Mailkeller und ins Le Pirate soll es noch gehen. „Bei der Wirtshausroas lernt man Lokale kennen, die man sonst nie entdeckt hätte“, sagt Lukas Galli, einer von ihnen. Sein Sitznachbar Daniel Reydon freut sich auch schon auf einen Abend voller bayerischer Musik: „Es geht um das Lebensgefühl.“

Aus allen Lokalen tönt Musik, aus der Essbar der Singer-Songwriter Jan Wannemacher, im Faerber die „Ollaweino Musi“, im „I’m Irish“ spielt zu den Sportübertragungen das „Großstoana Trio“. Nicht überall ist gleich zu Beginn viel los. „Ein bisschen mehr dürfen es noch sein“, sagt Dario Höltaemeier, Gitarrist der Band „IRXN“, zwischen zwei Sets in der Midgard-Taverne. Angst hat er nicht: „Ich erwarte noch viele tanzende Leute. Das ist bei uns jedesmal so.“ Er soll recht behalten: Nur wenige Stunden später ist die Taverne schon deutlich voller.

Und auch im Le Pirate sind so viele Gäste, dass man kaum noch reinkommt. Viel zu tun für den Wirt, Thomas Jonas. „Toll“, sagt er. „Wir haben einen Hammer-Act!“ Für mehr ist keine Zeit, er muss wieder an den Tresen. Die Innenstadt füllt sich mit Menschen in Tracht, die von Wirtshaus zu Wirtshaus „roasen“.

Vorbereitungen
für 2024 laufen

Am Anfang habe man viel erklären müssen, warum die Wirte ihr Lokal ausgerechnet an diesem Abend kostenpflichtig machen sollten, schreibt die „Wirtshausroas GmbH“ vorab. Vitus Mitterfellner, Wirt der Fischküche, hat damit aber kein Problem. „Die Musik muss ja bezahlt werden, für die Veranstalter ist das ein Riesen-Aufwand.“ Und es scheint sich zu lohnen: „Ich erwarte einen netten Abend, mit vielen tollen Leuten“, sagt er. Auch Ben Kobe hat sich nach seiner Eröffnungsrede ins Nachtleben gestürzt. Schließlich geht es schon bald mit der Planung für das nächste Jahr, die „Wirtshausroas“ am 30. April 2024, los. Dann aber ohne Unterbrechung. sck

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