Kommentar

Warum es noch viel zu tun gibt

von Redaktion

Seit zehn Wochen gilt im Stadtverkehr ein neuer Fahrplan. Einige Stadträte sprechen von „enormen Verbesserungen“. Die Pendler suchen danach vergeblich. Im Nachtverkehr gibt es einen Sprung nach vorne, untertags jedoch kaum Verbesserungen. Der Fahrplan am Samstag erinnert an Pandemie-Zeiten. Statt 15 Minuten muss der Fahrgast eine Stunde warten. Schuld an der Misere ist der Fachkräftemangel. Das ist nachvollziehbar. Wenn da nicht all die anderen Probleme wären: nicht funktionierende Anzeigen, fehlende Fahrgast-Informationen und ein Fahrplan mit zu kleiner Schrift. Die Stadt hat viel Geld investiert, um die Busse zu füllen. Doch der beste Fahrplan nutzt nichts, wenn das Drumherum nicht stimmt. Wie sollen Fahrgäste wissen, dass es ein zusätzliches Angebot gibt, wenn dieses nie beworben wurde? Wie soll es gelingen, Menschen für den ÖPNV zu begeistern, wenn das Ein-Euro-Ticket ohne Marketingkampagne eingeführt wird? Und wie soll Personal gewonnen werden, wenn keine Anreize geschaffen werden? Die Probleme werden sich nicht mit dem MVV-Beitritt lösen. Stadt und RoVG müssen aufs Gaspedal drücken. Der neue Fahrplan ist ein Anfang. Das reicht aber noch lange nicht.

anna.heise@ovb.net

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