Rosenheim/Traunstein – Die Tarifverhandlungen für die Ärzte der Krankenhäuser scheinen festgefahren: Am gestrigen Dienstag ist es zu einem Warnstreik gekommen. Die Ärztegemeinschaft Marburger Bund hatte dazu aufgerufen, nachdem die Verhandlungen mit der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wiederholt gescheitert waren. Beide Verbände verhandeln seit dem 30. November 2022 über die Gehälter von 60000 Ärzten.
Die Romed-Kliniken waren von diesem Streik ebenfalls betroffen. In einer OVB-Anfrage schreibt die Klinik: „Gestreikt wurde an den Romed-Standorten in Bad Aibling, Rosenheim und Wasserburg. Nach ersten Einschätzungen beteiligten sich etwa 40 Ärzte am Warnstreik.“ Der Romed-Klinikverbund beschäftige derzeit knapp 600 Ärzte in Voll- und Teilzeit.
In Bad Aibling sei ein OP-Saal gesperrt, in Rosenheim seien fünf Säle geschlossen gewesen. Nur in Wasserburg waren alle drei OP-Säle offen. Um Einschränkungen und Wartezeiten zu verringern, hätten die Kliniken schon im Vorfeld weniger OPs und Untersuchungen angesetzt. Auch Traunstein spürte die Auswirkungen des Streiks. Laut Christian Stroh, der Mitglied der Verhandlungskommission des Marburger Bundes ist, nahmen in den drei Kliniken des Landkreises Traunstein 105 Ärzte an dem Streik teil.
Im Klinikum Traunstein sei der laufende Klinik- und Notfallbetrieb gewährleistet gewesen, betonte Ralf Reuter, Sprecher der Kliniken Südostbayern. Trotzdem sei es in Einzelfällen zu Verschiebungen und Wartezeiten gekommen.
Der Marburger Bund teilte in einer Pressemitteilung mit, dass er den betroffenen Kliniken eine Notdienstvereinbarung angeboten habe. Währenddessen fand in Frankfurt eine Kundgebung statt, an der laut Stroh deutschlandweit rund 60000 Ärzte teilnahmen. „Das heute ist der dritte Warnstreik“ sagt Christian Stroh. „Wenn die nächste Verhandlungsrunde am 25. Mai ergebnislos bleibt, wird es eventuell auf längere Streiks hinauslaufen.“ Das sei kein Szenario, das er sich wünsche. „Wir wollen keine Patienten gefährden.“ Cordula Wildauer