VHS leidet unter eklatanter Raumnot

von Redaktion

Umziehen im Flur hinter einem Vorhang, keine zusätzlichen Sprach-und Integrationskurse und Arbeiten in großer Hitze: die Volkshochschule Rosenheim ist in die Jahre gekommen und platzt aus allen Nähten. Das wollen Rosenheimer Stadträte mit einem Antrag an die Stadt nun ändern.

Rosenheim – In der Volkshochschule Rosenheim (VHS) soll es „mehrere Missstände“ geben. „Die müssen dringend behoben werden“, sagt Maria Knott-Klausner (FDP) am Telefon. Deshalb hat die Stadträtin gemeinsam mit einigen Kollegen der Fraktionen CSU, SPD und Grüne sowie Freie Wähler und ÖDP einen Antrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) gestellt. Darin wird gefordert: „Der Um- und Ausbau der Sporträume und des Foyers der VHS.“ Denn die Schule platze derzeit aus allen Nähten.

Stadträte sehen Handlungsbedarf

„Handlungsbedarf besteht schon länger“, berichtet Knott-Klausner. Nach dem Wegfall des Hans-Schuster-Hauses, das seit 2016 als Hort genutzt wird, müssen zwei Unterrichtsräume im VHS-Gebäude in der Stollstraße für Yoga- und verschiedene Gymnastikkurse genutzt werden. „Diese Räume bieten maximal Platz für je acht Teilnehmer“, heißt es in dem fraktionsübergreifenden Schreiben. Dies sei nicht wirtschaftlich, da es nach den Sportkursen eine große Nachfrage gebe. Wenn man die Wartelisten betrachte, brauche es Raummöglichkeiten für mindestens 15 Personen. „Wir brauchen jetzt ein Konzept gegen die eklatante Raumnot“, sagt auch Anton Heindl, der Vorsitzende des Fördervereins der VHS. Insgesamt gebe es derzeit 13 Räume in der Volkshochschule in der Stollstraße, berichtet Bianca Stein-Steffan, Leiterin der VHS.

Durch die Nutzung zweier Räume für Sportkurse könnten in diesen jedoch keine Sprach- und Integrationskurse mehr stattfinden. „Die werden allerdings dringend gebraucht, da die Nachfrage hiernach ebenfalls besonders hoch ist“, berichten die Stadträte in ihrem Antrag.

Doch die Platznot sei das eine, die Hygiene das andere. „Für die Sportkurse gibt es in der Stollstraße keine Dusch- und Umkleidemöglichkeiten“, sagt Knott-Klausner. Die Teilnehmer müssten sich im Hausflur in einer provisorischen Umkleidekabine hinter einem Vorhang umziehen. „Eine unangenehme Situation“, sagt die Stadträtin.

Unangenehm sei auch, dass sich die Räume in der VHS im Sommer enorm aufheizen. „Die Beschattung und die Jalousien sind in die Jahre gekommen und mittlerweile in einem desolaten Zustand“, sagt Knott-Klausner. Die hohen Temperaturen in den Räumen seien nicht nur für die Angestellten eine Belastung, sondern auch bei intensiven Sporteinheiten ein Problem.

Deshalb muss der FPD-Politikerin zufolge in Sachen Sanierung nun etwas vorwärtsgehen. Was genau, darüber habe man sich auch schon Gedanken gemacht. „Die Stadt soll einen Umbau des Foyers im Erdgeschoss und des ersten Stocks der VHS prüfen“, heißt es in dem Antrag.

Dort könnten zum Beispiel die notwendigen Sport- und Gymnastikräume samt Duschen und Umkleiden einen neuen Platz finden. „Vor allem der ungenutzte Raum im Erdgeschoss sollte sinnvoller verwendet werden“, berichtet Anton Heindl. Aber auch im ersten Stock gebe es noch „einen riesigen Flur“, aus dem man mehr machen könne. Bei der Planung sollen auch die Wünsche von Bianca Stein-Steffan berücksichtigt werden.

Wie diese genau aussehen, dazu wollte sich die VHS-Leiterin auf OVB-Anfrage noch nicht äußern, da noch vieles in der Schwebe sei und erstmal die Stadt über das weitere Vorgehen entscheiden müsse.

Derzeit werde die „Erhebung einer digitalen Bestandsaufnahme des Gebäudes der VHS vorbereitet“, teilt ein städtischer Sprecher mit. Im Anschluss solle der Bedarf der geforderten Um- und Ausbaumaßnahmen, insbesondere unter den Gesichtspunkten der Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit, in einer Machbarkeitsstudie dargestellt werden. Diesen Plänen ist in der März-Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses einstimmig zugestimmt worden.

Renovierungsplan
bald vorlegen

Für Maria Knott-Klausner ist es wichtig, dass die Stadt den Plan, was alles renoviert wird und wie hoch die Kosten ausfallen werden, bald vorlegen kann. „So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, sagt sie.

Der Verwaltung zufolge sollen die Ergebnisse der Studie im vierten Quartal 2023 vorliegen und dann über das weitere Vorgehen berichtet werden.

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