Rosenheim – Wenn über dem altehrwürdigen Schulgebäude des Ignaz-Günther-Gymnasiums eine Drohne schwirrt, dann sind vermutlich gerade die Jungs aus dem Kurs „Innovation und Technik“ im Einsatz.
13 Schüler von der siebten bis zur neunten Klasse treffen sich einmal in der Woche mit ihrem Lehrer, Stefan Mathaus, um den Umgang mit moderner Technik zu üben. „Mit der Drohne haben wir das Schulgelände kartografiert und dabei auch was über mögliche Gefahren, Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte gelernt“, so Luca Hönert aus der neunten Klasse. In seiner Freizeit programmiert er gern, baut Rechner um oder repariert sie. Trotzdem hat er sich zum Kurs angemeldet und ist sehr froh darüber. Dass auch Jüngere mit im Kurs sind, findet Hönert sehr gut. „Da fließt Kreativität von allen mit ein. Und die Jüngeren sollte man beim Thema Technik nicht unterschätzen!“ Mit anderen zusammen und mit der Unterstützung des Lehrers käme auch viel mehr heraus, findet sein Klassenkamerad Joshua Pfitzner. Er programmiert selbst Apps und digitale Spiele. Manches aber könne man zu Hause schlecht machen.
„In den letzten Wochen haben wir für den 3-D-Druck Modelle entworfen und die Modelle dann am schuleigenen 3-D-Drucker ausgeduckt. Unsere Aufgabe war, eine optimale Handy-Halterung zu produzieren.“ Auch auf das nächste Thema freut sich Pfitzner: Virtuelle Realität. Die Schule habe dafür bereits 15 VR-Brillen bestellt.
Lehrer Mathaus unterrichtet Geografie, Wirtschaft und Recht und ist am Gymnasium außerdem für digitale und berufliche Bildung zuständig. Er freut sich, dass die Schule den Kurs „Innovation und Technik“ auch künftig anbieten kann und hofft, das sich noch einige Mädchen für den Wahlkurs anmelden. Auch das derzeit überall diskutierte Thema „Künstliche Intelligenz“ ist den Schülern aus dem Kurs bereits vertraut. Hönert hat schon eine Reihe von Chatbots getestet und ist beeindruckt. „Wenn ich ein Thema in der Schule noch nicht verstanden habe, kann ich es mir noch einmal erklären oder vorrechnen lassen.“ Als Ergänzung zum Schulunterricht sei das schon eine große Bereicherung. Pfitzner möchte die Risiken im Blick behalten, aber genauso die Chancen. Das könne man aber eigentlich nur, wenn man sich mit diesen neuen Tools auch auskenne.