Offene Türen in besonderen Gebäuden

von Redaktion

Landkreis Rosenheim präsentiert Projekte bei „Architektouren“ – Offene Türen in besonderen Gebäuden

Rosenheim – Seit 27 Jahren stellt die Bayerische Architektenkammer immer im letzten Juni-Wochenende bayernweit besondere Bauprojekte vor. Drei sind heuer in Stadt und Landkreis Rosenheim dabei: Neben dem neuen Rathaus in Großkarolinenfeld und dem Studentenwohnheim bei der Technischen Hochschule Rosenheim fiel die Wahl auf eine Bestandsimmobilie am Föhrenweg in Rosenheim. Die GRWS erhält damit zusammen mit dem Rosenheimer Architekturbüro Hamberger & Kreupl Anerkennung für eine gelungene Nachverdichtung.

Nachverdichtung ist in vielen Städten und Gemeinden ein aktuelles Thema. Meistens entscheidet man sich, die Bestandsgebäude abzureißen und neu zu bauen. „Eine Nachverdichtung ist technisch oft sehr komplex und wirtschaftlich nicht immer darstellbar“, so Joachim Seethaler, technischer Leiter der GRWS.

Die Nachverdichtung der Bestandsgebäude aus Anfang der 60er-Jahre am Rande der Kastenau war für die GRWS ein Pilotprojekt. Die insgesamt vier Häuser wurden um jeweils ein Stockwerk in Holzbauweise erhöht. Das Besondere: Während der gesamten Bauphase waren die Häuser durchgehend bewohnt. Das stellte sowohl für die Mieter als auch für die Bauausführung eine große Herausforderung dar. Für die Handwerker wurde als Zugang zur Baustelle ein eigenständiger Treppenaufgang errichtet.

„Unser Ziel war, den Altbau zu erhalten und den Neubau sinnvoll zu integrieren“, erklärt er dazu. Mit einem „verschobenen“ Dach, das der Einhaltung der Abstandsflächen geschuldet ist, konnte gleichzeitig ein architektonischer Akzent gesetzt werden. Zusätzlich verbindet das neue Farbkonzept mit Grau-Weiß-Abstufungen an Elementen wie Balkonen, Fenstereinfassungen und Dachrinnen den Bestandsbau mit dem Neubau.

Die Verwendung des Baumaterials Holz bei der Aufstockung macht nicht nur aus Sicht der Nachhaltigkeit Sinn und der Holzstadt Rosenheim alle Ehre. „Die Nachverdichtung war auch statisch eine Herausforderung. Mittels Holzbauweise konnte diese gut gelöst werden“, so Seethaler.

Auch das Thema Abstandsflächen wurde geschickt gelöst, indem die Aufstockung von der Straßenseite weg nach hinten versetzt wurde. Damit konnte die vorhandene Fläche optimal genutzt werden.

Ob eine Nachverdichtung auch bei anderen GRWS-Bestandsbauten sinnvoll ist, muss sich zukünftig zeigen. „Die Herausforderungen sind groß und das Thema Wirtschaftlichkeit muss ebenfalls berücksichtigt werden“, so Seethaler.

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