Was Mathe und Hackerangriffe gemeinsam haben

von Redaktion

17-jährige Schüler organisieren Workshops an der Universität – Ein Projekt ist „Mobiles Mathe-Labor“für fünfte bis elfte Klassen

Rosenheim/München – „Mathe ist cool, es muss nur cool vermittelt werden“, sagt Dorotea Radojcic (17). Die Schülerin der elften Klasse des Ignaz-Günther-Gymnasiums Rosenheim (IGG) leitet das Projekt „Mobiles MatheLabor“ in ihrem Projektseminar. Zusammen mit 15 Mitschülern organisiert sie die Workshops an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Radojcic und ihre Teamkollegin Marlene Lutz (17) haben die Seminarteilnehmer in drei Gruppen eingeteilt: Design, Sponsorensuche und Einladungen der Dozenten.

Jugendliche
organisieren alles

Das Projekt „Mobiles Mathe-Labor“ findet regelmäßig an der LMU statt. Zusammen mit Schülern von Rosenheimer Schulen, unter anderem der Mädchenrealschule und dem Karolinen-Gymnasium, sowie Schulen aus München sind alle Interessierten der fünften bis elften Klassen eingeladen, an verschiedenen Workshops, wie beispielsweise „Sie haben ihr Ziel erreicht – wie Navis den schnellsten Weg finden“, teilzunehmen.

Zudem gibt es einen Vortrag von Professor Dr. Schinner zum Thema Cybersicherheit und Hacking und eine Schnitzeljagd für die Unterstufe. Unterstützt wird das Projekt von Rosenheimer Firmen.

„Die Schüler machen alles selber“, sagt Thomas Grillenbeck, Lehrer am Ignaz-Günther-Gymnasium. Er überwacht das Seminar, halte sich aber ansonsten heraus. Ihm gefalle vor allem die Begeisterung der Schüler sehr.

Justine Lentz (17) bezeichnet sich selbst als „Mathe-Freak“. Die Schülerin hat das Design des Plakats mitgestaltet, Knobelquizze erarbeitet und bei der Öffentlichkeitsarbeit mitgeholfen. „In der Schule wird Mathe oft nicht richtig erklärt“, findet sie. Wer im Unterricht nicht mitkomme, sei später oft von den eigenen Wissenslücken frustriert und verliere den Spaß an dem Fach. Lentz hofft, dass durch die spannenden Workshops die Schüler der Mathematik „eine zweite Chance geben“. Sie selbst liebe die klaren Regeln und möchte nach dem Abitur Medizin und Mathe im Nebenfach studieren.

Einer der Dozenten ist der IT-Spezialist und Informatik-Professor Alexander Schinner. In seinem Vortrag zeigt er den siebten bis elften Klassen, wie leicht man gehackt werden kann. Zur Veranschaulichung werde er vor ihren Augen einen „Hackerangriff“ auf eine fiktive Firma simulieren, der zeige, wie Betrüger E-Mails und Webseiten fälschen. Außerdem wird er mit den Hollywood-Klischees über Hacker aufräumen. „Hacker sitzen nicht in Sturmmaske und Hoodie vor dem Bildschirm und haben in 30 Sekunden etwas gehackt.“

Da Informatik und Mathematik viel miteinander zu tun haben, möchte er die Schüler zu einem Studium in der Informatikbranche inspirieren. IT sei immer gefragt und besonders in der heutigen Zeit ist Cybersicherheit wichtiger denn je.

Dorotea Radojcic findet, dass das Projekt eine gute Übung für die Zukunft sei. Sie möchte Grundschullehramt studieren und ihren Schülern ebenfalls beibringen, dass Mathe cool ist – wenn man es nur cool vermittelt. Cordula Wildauer

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