Sanierung sorgt für Ärger und viele Fragen

von Redaktion

Fehlende Straßenlaternen und ein weggelassener Gehweg: Nach mehreren Baustellen in der Traberhof- und in der Naabstraße ist der Frust bei den Anwohnern groß. Nun bezieht die Stadt Stellung zur Kritik.

Rosenheim – Der Frust bei Gabriele und Siegfried Farcher ist groß. Vor Kurzem verschloss die Telekom ihre Baustelle in der Traberhofstraße und Naabstraße. Eigentlich ein Grund zur Freude – doch nicht für das Ehepaar, das dort wohnt. „Das war eine sehr schöne Straße und es ist unfassbar, was da gemacht wurde“, sagt Gabriele Farcher.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Erneuerungen in den beiden Straßen – und damit begannen für das Ehepaar die Sorgen.

Bereits 2009 haben die beiden mitbekommen, dass in der Traberhofstraße die Fernwärme- und Wasserleitungen neu verlegt werden sollen. Da das Ehepaar sowieso plante, im darauffolgenden Jahr ihr Haus zu renovieren, fragten sie bei der Stadt nach, ob sie ebenfalls mit einem Anschluss rechnen könnten.

„Damals hieß es von der Stadt, Interesse bestehe nur an großen Wohnblöcken“, erinnert sich Siegfried Farcher. Nicht aber an kleinen Häusern in Seitenstraßen. Also entschied sich das Ehepaar für eine neue Gasheizung. Aufgerissen wurde die Straße dennoch für die Bauarbeiten.

„Nachdem die Straße wieder geteert war, sah sie sehr schön aus“, sagt Gabriele Farcher. Für das Ehepaar sei nur fragwürdig gewesen, warum der rechte Gehweg plötzlich fehlte, während der linke in der Breite zugenommen hatte. Der Stadtplaner habe dem Ehepaar daraufhin erklärt, dass sich die Stadt für eine finanzielle Förderung von innerörtlichen Straßen nach EU-Vorschrift entschieden habe. Dafür müsse ein Gehweg aber eine Mindestbreite von „zwei Kinderwagen“ einhalten. Der andere Gehsteig musste daher aufgrund von Platzmangel weichen.

Gefährliche Situation für Kinder

Es gab nur ein Problem: Die Straßenlaternen befanden sich nun auf der Straßenseite ohne Gehweg. „Da haben wir uns gefragt, wie unsinnig das ist.“ Die Sorge des Ehepaars: Weil abends Lieferwagen an diesem Gehweg parken, könnte es zu gefährlichen Situationen kommen. „Vor allem für die Kinder, die dort entlang zur Schule gehen“, sagt Gabriele Farcher.

Daraufhin fragte das Ehepaar wieder bei der Stadt nach. Laut Farcher hat sich die Stadt geweigert, die Beleuchtung auf den verbliebenen Gehsteig zu verlegen. „Weil die Stromkabel schon auf der anderen Seite verlegt waren“, erinnert sich Siegfried Farcher.

Erst nach intensiver Intervention von den Anwohnern sei es doch noch zur Korrektur gekommen. Für das Ehepaar sei damit erst einmal alles erledigt gewesen – bis heuer erneut Bagger auftauchten und die Straße ein weiteres Mal aufrissen.

Dieses Mal werden Bauarbeiten im Auftrag der Deutschen Telekom ausgeführt, die ihre alten Leitungen austauscht. „Das ist doch irre“, sagt Gabriele Farcher. Sie könne nicht verstehen, dass die Telekom nicht schon bei den vorherigen Baustellen mitgewirkt habe. Für das Ehepaar gibt es nur eine logische Schlussfolgerung: „Es fand anscheinend keine Kommunikation zwischen der Stadt und der Telekom statt.“

Telekom agiert unabhängig von Stadt

Doch eine Kommunikation zwischen der Stadt Rosenheim und der Telekom müsse in diesem Fall nicht stattfinden, heißt es dazu aus dem Rathaus auf OVB-Anfrage. Die Telekom könne unabhängig von der Stadt agieren. „Es liegt nicht in unserer Handhabe, wann die Telekom ihre Leitungen erneuert oder verlegt“, teilt Christian Baab, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, dazu mit. Bei der Planung einer Baustelle müssten alle nötigen Organisationen wie Stadtwerke oder Komro mit einbezogen werden. „Es ist auch für uns ärgerlich, da wir viel Geld in die Erneuerung dieser Straßen investiert haben“, sagt Baab.

„Wir haben in Rosenheim keine Störung, wir wechseln kein Telefonkabel aus und es gibt auch kein geplatztes Bleikabel“, teilt die Telekom auf OVB-Anfrage mit. Derzeit führen Mitarbeiter die Verlegung von Glasfaseranschlüssen durch. Dabei werden die Glasfaserkabel nicht mehr nur bis zum Straßenrand verlegt, sondern bis ins Haus oder die Wohnung. Für die Kosten komme die Telekom selbst auf.

„Bei diesem Ausbau müssen wir auch den öffentlichen Grund verlassen“, sagt ein Pressesprecher des Unternehmens. Das bedeute, dass ein Kabel über das Grundstück der Haus- und Wohnungsbesitzer verlegt werden müsse. Dabei seien Grabarbeiten unvermeidlich – so auch in der Traberhofstraße und Naabstraße.

Artikel 3 von 11