Fürstätt – Mit Feldgottesdienst, Segnung eines Ehrenbandes, Kirchenzug und Kranzniederlegung feierte die Veteranen- und Reservisten-Kameradschaft Fürstätt am gestrigen Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen.
Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen schon früh am Morgen waren Schattenplätze und Schirme bei den Feierlichkeiten im Rosenheimer Stadtteil heiß begehrt. Unter den Gästen waren neben Mitgliedern von Patenvereinen, Bruderverein und vielen befreundeten Vereinen auch viele Stadträte.
Der Gottesdienst beim Bichler-Hof in Fürstätt wurde zelebriert von Pfarrer Sebastian Heindl. Er segnete dann auch das Ehrenband. Deren Patin ist Maria Bichler, deren Vorfahre ein Gründungsmitglied der Veteranen- und Reservistenkameradschaft Fürstätt war.
250 Mitglieder gehören dem Verein aktuell an. Zweiter Rosenheimer Bürgermeister Daniel Artmann, der die Schirmherrschaft für die Feierlichkeiten übernommen hatte, ließ in seiner Rede die bewegte Geschichte des Vereins kurz Revue passieren. Sie war von Höhen und Tiefen geprägt.
Gegründet worden sei der Verein einst von und für Soldaten, die aus dem Krieg oftmals mit Schäden am Körper und immer mit Schäden an der Seele zurückgekommen seien. Von Anfang an habe die Veteranen- und Reservistenkameradschaft Fürstätt für Gemeinschaft und Zusammenhalt gestanden.
Dies betonte auch Vereinsvorsitzender Max Rein in seiner Rede. Und auch er ging dabei auf die Schrecken von Kriegen ein, die Massengräber, Trümmerfelder und entwurzelte, verzweifelte Menschen zurücklassen würden: „Der Preis für einen Krieg ist zu hoch“.
Nach den Reden startete der Kirchenzug durch Fürstätt. Ziel war die Rosenkranzkirche. Dort wurde ein Kranz niedergelegt und die Vereine senkten davor ihre Fahnen.
Nach dem offiziellen Teil ging die Jubiläumsfeier über zum gemütlichen Beisammensein beim Bichlerhof, wo die vergangenen Tage schon ein zünftiges Bierfest stattfand.Karin Wunsam