Rosenheimer Ruderer helfen Sportkameraden in der Ukraine

von Redaktion

Rudersport-Club spendet 2000 Euro für Bootstransport in das kriegsgezeichnete Land – Stück Normalität im Ausnahmezustand

Rosenheim – Einen Hilferuf des ukrainischen Rudervereins Saporischschja an den Deutschen Ruderverband hat die aus der Ukraine stammende Trainerin und Schiedsrichterin des Weltruderverbandes, Viktoriia Maydachevska, an deutsche Rudervereine weitergeleitet. In der Ukraine wird trotz des Krieges versucht, für Jugendliche im täglichen Leben ein Stück weit Normalität aufrechtzuerhalten. Allerdings, so informierte der ukrainische Ruderverein, sei dies kaum mehr möglich.

Daraufhin koordinierte der Mannheimer Regatta-Verein eine Spendenaktion, bei der eine stattliche Anzahl von älteren, aber noch gut brauchbaren Booten zusammenkam. Er sammelte das Material bei zwei Regatten ein. Sogar ein gebrauchter Bootsanhänger war dabei. Um die Fahrtkosten und die Anmietung eines Zugfahrzeuges für den Transport in die Ukraine zu finanzieren, sprangen nun die Rosenheimer Ruderer ein und übernahmen mit 2000 Euro die noch fehlenden Kosten.

Die Rosenheimer Ruderer waren im vergangenen Jahr bei einer Spendentour von der Nordsee bis nach Passau gerudert. Die Tour hatte rund 13000 Euro für die Unterstützung des Rudersports in der Ukraine und für Flüchtlingsprojekte deutscher Rudervereine eingebracht.

Wie Paul Geisenhofer, Wanderruderwart beim Rudersport-Club Rosenheim und Organisator der Tour mitteilt, habe man zunächst geplant, die Wiederaufbauhilfe für ukrainische Rudervereine erst zu beginnen, wenn der Krieg zu Ende ist. Aber die Schilderungen von Maydachevska überzeugten die Beteiligten, dass der Zeitpunkt nicht zu früh sei. Geisenhofer, der aus einer Regensburger Rudererfamilie stammt, erinnert sich noch gut an die Erzählungen seiner Mutter: Auch in Regensburg wurde während des Krieges gerudert, obwohl die Stadt bombardiert wurde. „Normalität gibt der Sport selbst, das tägliche Training nach Trainingsplan und das Mannschaftserlebnis“, ist Geisenhofer überzeugt.

Mittlerweile ist der Bootstransport in der Ukraine angekommen. Der noch gut gefüllte Spendentopf lässt die Planung weiterer Projekte zu. „In der Ukraine ist das Rudern weit verbreitet und zahlreiche Vereine werden Wiederaufbauhilfe brauchen“, sagt Geisenhofer.

Für weitere Aktionen sind die Verbindungen des Deutschen Ruderverbandes und der deutschen Rotary-Clubs in die Ukraine nutzbar. Beim Rudersport-Club Rosenheim warten bereits zwei Boote auf den nächsten Transport.

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