Rosenheim – Die DGB-Jugend Oberbayern lud jüngst zu einem Vortrag von Dr. Carmen Grabuschnig ins Gewerkschaftshaus ein. Grabuschnig, die ihre Dissertation über die Jugend im Widerstand gegen den Nationalsozialismus verfasst hatte, mahnte angesichts neu erstarkender rechter Bestrebungen dazu, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Politische Jugendorganisationen seien bereits in den ersten Jahren der Hitlerherrschaft brutal unterdrückt und ausgelöscht worden. Kulturelle, sportliche und gesellige Gruppierungen sowie solche, die nicht gleichgeschaltet werden konnten, waren verboten. Über die in der Folge entstehenden Gruppierungen, die zunächst passiv, später auch aktiv zum Widerstand aufriefen, war bislang wenig bekannt. Dank Grabuschnig gewannen nun auch Jugendgruppen wie die „Edelweiß-Piraten“ im Raum Köln, die „Swing-Jugend“ im norddeutschen Bereich oder die „Blasen“ im Münchener Raum an Bekanntheit.
Ein klassisches Beispiel bieten die „Swing-Boys und Girls“, die als Gegenbewegung zum Verbot anglo-amerikanischer Musik entstanden. Mit zunehmenden Repressalien wurden diese Gruppen zunehmend politisiert und entsprechend verfolgt. Die Referentin und die Zuhörer kamen in einer lebhaften Diskussion zum Schluss, dass eine Methodik gegen faschistische Tendenzen sei, im Jugendbereich zwanghafte Strukturen zu vermeiden, horizontale Beziehungen zuzulassen und jegliche Instrumentalisierung zu vermeiden. au