Rosenheim – Die Zahlen in der Region gehen weit auseinander: Das Bayerische Landesamt für Statistik hat zuletzt bekannt gegeben, wie viel Haushaltsmüll in den Landkreisen und kreisfreien Städten produziert wird. Die jüngsten verfügbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2021. Und der bayerische Spitzenreiter ist die Stadt Rosenheim. Knapp 894 Kilogramm Abfall produzierte jeder Rosenheimer im Schnitt. Insgesamt waren es in Rosenheim 56,7 Tonnen Haushaltsmüll. Die bayernweite Pro-Kopf-Menge: 498 Kilogramm.
Wie kommt es, dass die Stadt Rosenheim diese Negativtabelle anführt? Eine wirkliche Erklärung hat man auch bei der Stadtverwaltung nicht – aber einen Verdacht: Mülltourismus. Denn womöglich kommt der viele Müll aus dem Umland und wird gar nicht in der Stadt selbst produziert. „Die städtischen Wertstoffinseln und der Wertstoffhof sind von montags bis samstags zugänglich. Im umliegenden Landkreis sind die Wertstoffinseln in einem anderen Standard ausgebaut und die Wertstoffhöfe haben nur an einzelnen Tagen in der Woche geöffnet“, so Christian Baab, Pressesprecher der Stadt.
Schaue man sich dann nur die Mengen der Restmülltonne an – die sich ja wirklich den Stadtbürgern zuordnen lässt – schaue es anders aus, so Baab. Da liege Rosenheim nämlich im Schnitt. Xaver Eichstädter