Rosenheim – Frederik Steinmüller hat die Nase voll. Wenn er mit seinem Skateboard fahren will, muss er Rosenheim verlassen und nach München oder Bad Endorf fahren. Dabei gibt es in der Stadt Rosenheim ebenfalls einen Skatepark, allerdings muss dieser erst restauriert werden.
Die Metallstäbe dort haben sich verzogen, eine Rampe ist in den Boden eingesunken, der Boden ist rissig und mit Kieselsteinen bedeckt. „Wenn man hinfällt, tut der Boden mehr weh als der Sturz selbst“, sagt Steinmüller. Und als Skater sei es ganz normal, hinzufallen.
Eine Plattform – nicht
nur für Skateboarder
Um Abhilfe zu schaffen, hat er einen Verein gegründet: den Rollsportverein Rosenheim. Ihm ist wichtig, nicht nur Skateboardern eine Plattform zu bieten, sondern auch Radfahrern und Rollstuhlfahrern, die ihre Tricks auf den Rampen zeigen wollen. Und vor allem möchte er eines: den Skatepark in Rosenheim renovieren.
Steinmüller ist seit etwa zehn Jahren leidenschaftlicher Skateboarder und zog 2016 von Bad Reichenhall nach Rosenheim. Schon 2021 hat Steinmüller in den OVB-Heimatzeitungen auf die Probleme des Skateparks im Egarten hingewiesen. Die Idee vom eigenen Rollsportverein wurde von dem bereits etablierten Verein in Bad Reichenhall inspiriert. „Rosenheim sollte sich nicht vor kleineren Städten verstecken müssen“, sagt Steinmüller.
Damit Rosenheim attraktiver für die Skaterszene wird, hat Steinmüller einige Ideen, die er mit der Unterstützung der Stadt umsetzen möchte. Zuerst soll der Kiesboden komplett durch einen Asphaltboden ersetzt werden. „Dazu müssen wir alle Rampen von hier weg transportieren“, sagt Steinmüller.
Holzrampen sind mit
Wasser durchweicht
Das Problem dabei: Durch die Jahre im Freien sind die Holzrampen mit Wasser durchweicht. Wenn das Holz zu morsch ist, könnte es den Transport nicht aushalten. Das ist ein Risiko, das Steinmüller mit einberechnet. Sollten die Rampen beschädigt werden, würde das die Kosten in die Höhe treiben.
Einige der Rampen müssen ohnehin restauriert werden. „Das kriegen wir selber hin. Wir haben Schreiner im Verein“, sagt Steinmüller. Der Fokus liegt dabei auf der „Mini-Ramp“, einer halbmondförmigen Rampe, auf der man hin- und zurückfahren kann. „Die Mini-Ramp ist sehr beliebt bei Anfängern, aber die erfahrenen Skater wünschen sich eine größere Herausforderung“, sagt Steinmüller. Da die Rampe aus mittlerweile morschem Holz ist und dabei leicht zerbrechen kann, plant Steinmüller, sie aus Stahl oder wasserfesten Materialien neu aufzubauen. Die erneuerte „Mini-Ramp“ soll zudem um eine zweite Stufe erweitert werden – für alle, die eine größere Herausforderung wollen.
Altes Material – hohes
Verletzungsrisiko
Doch die „Mini-Ramp“ ist nicht die einzige Rampe, deren Material über Zeit veraltet ist. Ein weiteres Skater-Hindernis besteht aus Fiberglas, einem glasverstärkten Kunststoff, das über die Zeit Risse bekommen hat. Die Fiberglashaare stehen nun aus einem Spalt hervor. „Das Fasermaterial arbeitet sich bei Stürzen in die Haut hinein“, sagt Frederik Steinmüller. Daneben ist eine treppenförmige Rampe, die aus Eisen besteht. Das Problem bei ihr ist, dass sich das Material in der Sonne stark erhitzt und es so bei Stürzen zu Verbrennungen kommen kann. Verletzungsrisikos wie diese sollen laut Steinmüller durch neue Rampen aus Stahl und Beton ausgeschlossen werden. Dies seien deutlich geeignetere Materialien.
Auch neuer Skatepark
ist in Planung
Der Skatepark im Rosenheimer Egarten wurde 1997 erbaut. Seitdem gab es zwar kleinere Neubauten, doch die Probleme konnten nicht beseitigt werden. Steinmüller möchte der Stadt keinen Vorwurf machen. „Die Skaterszene hier ist klein und gerade mal einen Bruchteil so groß wie andere Sportszenen, etwa die der Fußballer.“ Damit sich trotzdem etwas ändert, sammeln er und die etwa 100 Vereinsmitglieder Spenden. Etwa die Hälfte des Spendenziels von 10000 Euro haben sie schon beisammen. Den Rest der anfallenden Kosten möchte Steinmüller über Sponsoren abdecken. Laut Christian Baab, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Rosenheim, gibt es auch Überlegungen zu einem weiteren Skatepark in der Stadt. Der Rollsportverein sei bei der Planung mit dabei.