„Musen“ zelebrieren 50-jähriges Bestehen mit Konzert

von Redaktion

Musischer Zweig am Ignaz-Günther-Gymnasium feiert Jubiläum – Einzigartig in der Region Rosenheim

Rosenheim – „Wenn man 50 wird“, so Schulleiter Dieter Friedel, „kann es schon mal vorkommen, dass es irgendwo ruckelt.“

Geruckelt hat es nur bei der Technik: Weil ein Tonverstärker plötzlich seinen Geist aufgab, fand das „Bayerische Konzert“ zum 50-jährigen Bestehen des musischen Zweiges eine halbe Stunde später statt. Das Publikum nahm es gelassen und applaudierte den Schülern von der Technik, als sie das Problem in den Griff bekommen hatten.

Musiklehrerin Susanna Mette, die den Abend organisiert hatte, konnte also den Taktstock heben und mit dem Marsch „Heimatland“ die voll besetzte Aula der Schule in die passende Stimmung versetzen. Es folgte ein bunter Strauß an volkstümlichen Märschen, Walzern, Landlern sowie Stubenmusi und alpenländischen Liedern. Schüler des Gymnasiums, aber auch „Ehemalige“ und Lehrkräfte ließen es sich nicht nehmen, beim Musizieren mitzuwirken.

Das Publikum zeigte sich begeistert vom dargebotenen Können und staunte, welche Vielzahl an Instrumenten am „Ignaz“ erlernt werden kann. Den Jugendlichen auf der Bühne konnte man deutlich ansehen, dass musische Bildung wesentlich mehr ist als nur „Schulstoff“.

Musiklehrer Stephan Robens, der 1973 den Beginn des musischen Zweiges am IGG selbst als Fünftklässler erlebt hat, meint: „Der musische Zweig prägt das „Ignaz“ in ganz besonderer Weise. Dass wir über Klassen, Jahrgangsstufen und Zweige hinweg miteinander musizieren, in Ensembles, Orchestern, Chören oder Bands, schafft ein einzigartiges Klima des Miteinanders. Das ist ein großes Plus für die Schule.“

Die musische Ausbildungsrichtung, die im Landkreis Rosenheim nur am Ignaz-Günther-Gymnasium angeboten wird, ist eine bayerische Besonderheit, die es in den anderen Bundesländern so nicht gibt. In den meisten Fächern unterscheidet sich der musische nicht von den anderen Zweigen, es wird aber etwas mehr Gewicht auf die Musik, Kunst und Literatur gelegt.

In den vergangenen 50 Jahren haben schon viele Jahrgänge an „Musen“, wie man die Schüler nennt, das Gymnasium verlassen. Manche von ihnen haben sich sogar einen „musischen“ Beruf gewählt und sind Bühnenbildner oder Designer geworden. Auch der Pianist Herbert Schuch, der Gitarrist Florian Ophale oder der Violinist Thomas Reif waren einst Schüler am IGG. Dass Musik, Kunst und Literatur gerade heute für die Bildung junger Menschen wichtig sind, davon ist man an der Schule überzeugt.

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