Rosenheim – Wer mitmachen wollte bei der „Wirtshaus-Roas“, der brauchte ein Einlass-Bändchen. Das konnte man zwar bereits im Vorfeld über das Internet erhalten, dennoch bildeten sich zum Start der Veranstaltung an den Ausgabestellen teils lange Warteschlangen. Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt aus einem anderen Grund in der Stadt waren, fiel schnell auf, dass es an diesem Abend etwas Besonderes geben muss. Denn Dirndlkleider und Lederhosen prägten das Bild.
Der offizielle Startschuss fiel diesmal in der Fischküche. Dort gab es auch eine VIP-Area mit Cocktailbar im alten Sudhaus. Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen. „Es ist eine der ersten Veranstaltungen im Jahr, bei der man wieder Tracht trägt. Ein Fest voller Lebensfreude, mit Musik, kulinarischen Schmankerln und gutem Bier“, freute sich Marisa Steegmüller von der Flötzinger Brauerei.
Draußen alles voll –Innenbereiche füllen sich erst später
Die Sitzplätze im Freien waren in kürzester Zeit voll belegt. In den meisten Innenräumen blieb es dagegen erst einmal recht leer. Sänger und Musiker Hans Seer war noch für sich ganz allein im Obergeschoss des Valentino, als er den Kulthit „Es lebe der Sport“ von Reinhard Fendrich zum Besten gab.
Normalerweise tritt der 59-jährige Alleinunterhalter auf Hochzeiten und Geburtstagen auf. „Das ist jetzt für mich mal was anderes“, sagte er und erzählte noch einiges über sein bewegtes Leben: „Ich war Soldat, war beispielsweise auch in Afghanistan im Einsatz und auch da war meine Gitarre mit dabei. Aber jetzt wohne ich in einem Wohnwagen und reise mit meiner Musik um die Welt.
Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung.“ Während die ersten Besucher dann den Weg hinauf zu Hans Seer fanden, stimmte die „Chaingang“ – eine A-cappella-Formation aus dem Raum Rosenheim, ihr erstes Stück im Gewölbe von Hans im Glück an. „Mit etwas Verspätung“, wie sie ihrem Publikum verkündeten. Grund war die Warteschlange, die sich auch dort vor dem Einlass gebildet hatte.
Musikalisches Repertoire war
breit gefächert
Bayerische Musik ist vielseitig. Das Repertoire an diesem Abend war breit gefächert. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Mit der Musik erlebten die Besucher auch verschiedenste Wirtshäuser und Lokale in der Innenstadt. Sogar das derzeit geschlossene Augustiner öffnete für diesen Abend ausnahmsweise seine Pforten.
Zu späterer Stunde verlagerte sich dann das Geschehen zunehmend nach drinnen. Ein besonderer Besuchermagnet war dabei das Ballhaus. Dort heizten zuerst „Lenze und die Buam“ und zum Abschluss „Die Guten-A-Band“ noch mal kräftig ein.
Das Fazit von Ben Kobe, Geschäftsführer der „Wirtshausroas GmbH“, fällt entsprechend sehr positiv aus: „Wetter, Stimmung, alles hat gepasst.“