Rosenheim – Noch ist es dunkel. Die Stühle sind hochgestellt, die Terrasse des Wirtshauses „Zum Augustiner“ wirkt verlassen. In wenigen Wochen wird sich die Situation ändern. Am 1. Juli eröffnen Michael Huber und Daniel Moraitis das Lokal auf dem Max-Josefs-Platz wieder – nach fast acht Monaten Leerstand. Nachdem Georgia und Eric Brodka im August 2023 ihren Rücktritt verkündet hatten, suchte der Pächter des Gebäudes – die Augustiner Brauerei – nach einem neuen Pächter. Der ist jetzt gefunden.
„Wir sind begeistert, das Augustiner in neue Hände zu geben, die sowohl Erfahrung als auch frische Ideen mitbringen. Michael Huber und Daniel Moraitis werden das Lokal mit Sicherheit weiterentwickeln und dabei die Traditionen wahren, die unsere Gäste so schätzen“, heißt es vonseiten der Geschäftsführung.
Von Regensburg
nach Rosenheim
Huber und Moraitis sind in der Gastronomiebranche keine Unbekannten. Zumindest außerhalb Rosenheims. Seit Jahren betreiben sie das Wirtshaus im Heuport am Dom in Regensburg. „Das Wirtshaus läuft sehr gut. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, ein weiteres Lokal zu übernehmen“, sagt Michael Huber auf OVB-Anfrage. Umso größer sei die Freude gewesen, als sich die Brauerei mit einer entsprechenden Anfrage an die beiden Gastronomen wandte. „Das Lokal in Rosenheim ist ein Schmuckstück. Da steckt so viel Liebe zum Detail drin“, sagt Michael Huber.
Nach mehreren Besuchen in Rosenheim sei die Entscheidung deshalb schnell gefallen – für Rosenheim und gegen Regensburg. „Eine Kollegin übernimmt das Lokal in Regensburg“, sagt Daniel Moraitis. Einige Überschneidungen wird es zwischen den beiden Restaurants trotzdem geben, vor allem auf der Speisekarte. So setzen die beiden Männer auch in ihrer neuen Heimat auf Klassiker wie Schweinekrustenbraten, Sauerbraten oder Zwiebelrostbraten. „Wir kennen uns aus mit der bayerischen Küche. Die Regensburger sind nicht unkritischer als die Rosenheimer“, sagt Michael Huber. Er selbst will nach Rosenheim ziehen, auch, weil er weiß, dass die ersten Monate im neuen Restaurant alles andere als einfach werden. Und das könnte unter anderem daran liegen, dass er und Moraitis planen, sieben Tage die Woche geöffnet zu haben. „Uns hat bei unseren Besuchen in der Stadt gestört, dass man am Sonntag nirgendwo essen gehen konnte“, sagt er. Genau das soll sich ab dem 1. Juli ändern. Doch bis dahin gibt es noch jede Menge zu tun. Das Licht muss ausgewechselt und die Struktur in der Küche geändert werden. „Wir setzen auf die Niedrigtemperatur-Garmethode“, sagt Huber. Der Fokus liege in seiner Küche darauf, dass der Braten nicht zu viel Hitze abbekommt. Dafür brauche es aber entsprechende Geräte, die im Moment noch fehlen. „Das Bier kann besser nicht sein, deshalb geben wir uns extra viel Mühe beim Essen“, ergänzt Moraitis. Sobald jedes neue Gerät seinen Platz in der Küche gefunden hat, müssen die Speisekarten gedruckt, die Kasse eingerichtet und das Personal geschult werden. Zumindest Letzteres stellt im Moment noch eine Herausforderung dar. Denn – wie fast überall – ist gutes Personal schwer zu finden. „Wir freuen uns über jeden, der zu uns kommt“, sagt Michael Huber.
Herausforderung
weckt Vorfreude
Auch wenn das Personal noch fehlt, die Stimmung davon verderben lassen sich Michael Huber und Daniel Moraitis nicht. Im Gegenteil. „Wir freuen uns wahnsinnig auf die neue Herausforderung“, sagt Moraitis. Nach der Eröffnung am 1. Juli wollen die beiden erste Erfahrungen sammeln und schauen, „wie die Rosenheimer ticken und was ihnen schmeckt“. Anschließend sei eine große Party geplant.