Tanzen vor Millionen-Publikum

von Redaktion

Thorsten Dürr tritt morgen bei Eröffnung der Fußball-EM in der Allianz-Arena auf

Rosenheim/Bad Aibling – Es herrscht große Verschwiegenheit über die Darbietungen, die am morgigen Freitag bei der großen Eröffnungsfeier zur Fußball-Europameisterschaft in der „München Fußball Arena“ – so heißt die Allianz-Arena während des Turniers, da die UEFA die Nutzung von Sponsorennamen verbietet – gezeigt werden. Aber wenn dann um 20.45 Uhr dieses Geheimnis gelüftet wird, ist ein Bad Aiblinger mittendrin im Geschehen: Thorsten Dürr. Der Tänzer, Tanzlehrer und Pressewart des Clubs des Rosenheimer Tanzsports (CRT) gehört zu den knapp 300 Teilnehmern, die an dem lange geplanten Event mitwirken.

Herr Dürr, Sie treten am Freitag, 14. Juni, bei der Eröffnungsfeier der Fußball-EM in München als Tänzer auf. Wie kam es zu diesem Engagement?

Es gab offizielle Castings in Tanzschulen und Tanzvereinen in München, an denen ich teilgenommen habe. Hier wurde den Teilnehmern eine Hip-Hop-Choreografie unterrichtet, um die Aufnahmefähigkeit, Motivation und Ausstrahlung zu bewerten.

Seit wann trainieren Sie für diesen Auftritt? Wie oft und wie intensiv?

Das Training für die Show hat am 31. Mai begonnen. Aufgrund des vielen Regens und der Tatsache, dass wir im Freien trainieren, sind allerdings schon zwei Einheiten ausgefallen.

Was werden Sie zeigen und mit wem werden Sie dort auftreten?

Es ist eine Gruppe von knapp 300 Freiwilligen, die bei der Eröffnungsfeier teilnehmen. Was dort aufgeführt wird und welche Musikstücke während der Zeremonie laufen, unterliegt allerdings der Schweigepflicht, damit nichts von der Show im Vorfeld bekannt wird. Immerhin hat die Eventagentur drei Jahre Planung und Vorbereitung in diese Show gesteckt.

Wie sind Sie zum Tanzsport gekommen?

Ich habe in der Realschule in der achten Klasse einen Tanzkurs besucht. Obwohl ich mich anfangs nicht allzu gut anstellte, habe ich bis zum Goldstarkurs teilgenommen. Danach bin ich auf den Club des Rosenheimer Tanzsports (CRT) aufmerksam gemacht worden und tanze seit 2005 – mit Pausen – aktiv für den CRT als Turniertänzer. Im Jahr 2010 konnte ich erfolgreich die Ausbildung zum Standardtrainer C Leistungssport absolvieren und unterrichte beim CRT die Jugendabteilung sowie beim SV-DJK Götting eine Breitensportgruppe. In den nächsten Jahren würde ich gerne noch die Trainerausbildung zum Lateintrainer C Leistungssport beginnen.

Sind Sie auch Fußballfan? Wenn ja, seit wann und für welchen Verein?

Obwohl ich als Kind selbst in München in einem Fußballverein gespielt habe, hat es bei mir nie zu der totalen Fußballbegeisterung gereicht. Vereinzelt schau‘ ich Länderspiele, aber wenn, dann nur mit Freunden oder im Public Viewing.

Was bedeutet dieser Auftritt in München für Sie und sind Sie schon einmal vor einer vergleichbaren Kulisse aufgetreten?

Ich glaube, die wenigsten von uns sind oder werden je vor einer solchen Kulisse auftreten. Hinzu kommen ein paar Millionen vor den Fernsehern. Selbst wenn wir freiwilligen Tänzer nicht im Mittelpunkt stehen und es wohl eher Zufall sein wird, von der Kamera erfasst zu werden, ist es ein Erlebnis, an dem man wohl nur einmal im Leben teilnimmt. Trotzdem wird vermutlich jeder Fehler aus der Menge herausstechen. Schön ist es, so viele unterschiedliche Menschen, mit denen man bislang nur ein Hobby geteilt hat, kennenzulernen und mit ihnen ein solches Event zum erhofften Erfolg zu führen.

Was sagen Ihre Familie und Freunde zu dieser Chance?

Die Reaktion von Freunden und Familie ist ziemlich ähnlich. Auch wenn man sich mit den anderen Teilnehmern unterhält, fällt als Reaktion der Bekannten oft der Satz: „Dann muss ich mir ja doch das Eröffnungsspiel anschauen.“ Das wäre dann aber zu spät, da die Eröffnungsfeier bereits um 20.45 Uhr stattfindet, also 15 Minuten vor dem Eröffnungsspiel. Interview: Eva Lagler

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