Kampfschreie schallen von der Bühne

von Redaktion

Buntes Treiben beim „Nerdiko“– Fan-Treffen soll künftig halbjährig stattfinden

Rosenheim – „Wenn wir dann von der Bühne aus einen Community-KameHame-Ha anstimmen, das ist schon toll. Das sind die Momente, in denen alles zusammenkommt“, schwärmt Christian Bachinger. Wer das jetzt verstanden hat, gehört vermutlich genau zur Zielgruppe der „Nerdiko“. Für alle anderen: „KameHame-Ha“ ist – vereinfacht gesagt – eine Art Kampfschrei aus der Manga- beziehungsweise Anime-Serie „Dragon Ball“. Manga und Anime sind Bezeichnungen für japanische Comic-Kunst.

Rund um das international erfolgreiche „Dragon Ball“ existiert ein gigantischer Comic-Kosmos mit Ablegern im Bereich Film und Fernsehen. Es gibt zudem zahlreiche Computer- und Konsolenspiele und auch analoge Varianten: Sammelkartenspiele, die speziell bei Kindern, Jugendlichen und jung gebliebenen Erwachsenen äußerst beliebt sind. Aber was hat es nun mit der „Nerdiko“ auf sich?

Spiele, Musik und
Verkleidungskunst

Die „Nerdiko“ feierte an Halloween, Ende des vergangenen Jahres, ihre Premiere. Dem folgte heuer eine weitere Auflage Ende April. Nun soll die Veranstaltung immer etwa jedes halbe Jahr stattfinden. Das nächste Mal dann am 31. Oktober.

Geboten war Musik aus Filmen und Serien, der Auftritt einer Anime-Coverband, ein Cosplay-Wettbewerb, bei dem die Verkleidungskunst gefragt ist und eine Fotostation für die Cosplayer. Außerdem gab es einen großen Bereich für die Videospiel-Fans mit verschiedenen Konsolen und einen Bereich nur für Sammelkartenspiele, unterstützt vom Rosenheimer Spezialisten für dieses Genre, dem Spieleladen BB-Spiele. Abgerundet wurde das ganze durch ein reichhaltiges Angebot an japanischem Essen.

Wir treffen uns mit Christian Bachinger sowie Franz Fischer und Magdalena Hännes in der „Midgard Taverne“ in der Ruedorfferstraße in Rosenheim. Fischer ist einer von deren Betreibern. Zuvor hatte er bereits das „Nerdz“ mitbetrieben und an diesem Ort wiederum lag einer der Ursprünge der „Nerdiko“. „Dort hat schon der DJ der ‚Nerdiko‘ aufgelegt und wir haben solche Dinge wie Cosplay-Parties ausprobiert“, erinnert sich Fischer, „Gleichzeitig haben wir dort damals auch erste Erfahrungen mit dem Abhalten größerer Veranstaltungen sammeln können.“

Der andere Ursprung ist der „Sakido“-Verein, in dem sich Anime- und Manga-Liebhaber, Videospielefans und Cosplayer einmal im Monat in der „Black Box“ treffen. Dessen Vorstand ist wiederum Christian Bachinger. „Ich bin vor einer Weile von Salzburg hierher gezogen“, erinnert er sich, „Außer in München gab es bisher für Fans noch keine Veranstaltung.“ Die mussten auf der Suche nach Spaß bisher weiter reisen – etwas nach Fürstenfeldbruck, wo seit 2009 die „Animuc“ stattfindet. „Gleichzeitig war das in Salzburg gerade im Kommen gewesen. Also haben wir uns zusammengetan und gesagt: Warum nicht auch hier?“

So feierte die „Nerdiko“ dann an Halloween des vergangenen Jahres Premiere. „Für das allererste Mal ging es relativ gut. Es gab natürlich das eine oder andere Problemchen, aber die Zusammenarbeit hat insgesamt relativ gut funktioniert“, meint Bachinger in der Nachschau. „Unser Orgateam – zusammen mit Barpersonal, Türstehern und so weiter – brachte es insgesamt auf etwa 30 Leute. Die Besucherzahl lag jeweils etwa bei 250 bis 300. In die „Black Box“ und den Saal des Stadtjugendrings würden bis zu 450 passen“, meint Franz Fischer.

„Beworben haben wir die Veranstaltung zum einen ganz konventionell mit Plakaten und Flyern aber auch Anzeigenschaltungen“, berichtet Magdalena Hännes. „Daneben war auch Instagram ein wichtiges Standbein bei der Bewerbung. Nicht zuletzt, weil die Cosplayer, die wir eingeladen hatten, dort dann sehr aktiv bei der Bewerbung mitgeholfen haben.“ Das habe sich bewährt: „Es kamen Leute aus München, Memmingen im Allgäu, Ulm, Landshut, Salzburg und Wien.“

Veranstaltungsort
mit großen Vorteilen

„Rosenheim hat als Veranstaltungsort die gute Schienenanbindung als echt großen Vorteil“, meint Bachinger. „Das macht die Veranstaltung noch attraktiver, weil man auch von relativ weit her kommen und noch am selben Abend mit dem Zug zurückfahren kann.“ Die bisher, im Vergleich zu den Veranstaltungen in München und Salzburg, noch eher kleine Größe ziehe zudem die Leute an. „Es ist halt noch überschaubarer und gemütlicher.“

Wie es nun weitergeht? Mit dem Termin am 31. Oktober stehe schon die nächste „Nerdiko“ fest, alles Weitere sei noch in Planung. „Wir sind auf jeden Fall zuversichtlich, dass wir nun allmählich mehr Leute anziehen werden“, meint Franz Fischer. „Wir haben da definitiv eine supercoole kleine Convention geschaffen“, so Bachinger. „Die Leute verstehen sich alle, man muss auch kein Cosplayer sein, alle haben ihren Spaß“, resümiert Hännes, „Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen und neue Gesichter im Oktober.“ Die Tickets kann man jetzt schon auf www. nerdiko.de erwerben.

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