Rosenheimerin entkommt dem Hurrikan

von Redaktion

Nachdem vor knapp zwei Wochen Hurrikan „Helene“ in Florida große Verwüstungen angerichtet hatte, stand gestern schon ein neuer bevor. Die Rosenheimerin Kathrin Rein konnte gerade noch das betroffene Gebiet verlassen und so dem Hurrikan vorerst entkommen.

Rosenheim/Miami – Vor weniger als zwei Wochen verwüstete der Hurrikan „Helene“ den amerikanischen Bundesstaat Florida. Nun hat „Milton“ zugeschlagen – auch in der Region Tampa. Die in Rosenheim geborene Immobilienexpertin Kathrin Rein war bis vor Kurzem noch in den USA, in Tampa, genau dort, wo „Milton“ auf Land treffen sollte. Sie hat es mit einem der letzten Flüge gerade so aus dem betroffenen Gebiet geschafft. Im Gespräch mit dem OVB erzählt sie, wie sie sich selbst auf einen Hurrikan vorbereitet und wie es sich anfühlt, dem Wirbelsturm gerade so zu entkommen.

„Dieses Mal
war es anders“

„Ich war mit meiner Tochter auf einer Preisverleihung in Tampa“, erzählt die gebürtige Rosenheimerin. Dort hätten die Medien bereits von einem aufziehenden Hurrikan berichtet. „Allerdings gibt es oft Warnungen vor Hurrikans“, weiß Rein. Dieses Mal sei es anders gewesen, denn der herannahende Sturm war ein Hurrikan der Stufe fünf – das ist die höchste Warnstufe der US-Wetterbehörde.

„Als ich das gehört habe, war ich natürlich geschockt“, erzählt Rein. Vor einigen Wochen war bereits Hurrikan „Helene“ über Florida gezogen. Mehr als 200 Menschen waren ums Leben gekommen, es gab Hunderte Vermisste. Die Nachwirkungen dieses Sturms seien außerdem immer noch zu sehen, teilweise liegen noch Kühlschränke und andere Möbel auf den Straßen.

Auf einen solchen Sturm müssen sich auch die Bewohner gut vorbereiten, das weiß Rein aus eigener Erfahrung. „Viele haben spezielle Hurrikan-Fenster, die dem Sturm standhalten können“, erklärt sie. Darüber hinaus würden viele auch Bretter vor die Fenster nageln oder speziell gefertigte Fensterläden verbauen, die ebenfalls Schutz bieten sollen.

„Wichtig ist auch, dass man genug Wasser vorbereitet.“ So könne man zum Beispiel die Badewanne komplett auffüllen, um genug Wasser übrig zu haben, sollte die Versorgung nicht mehr möglich sein. Falls das Stromnetz zusammenbreche, sei es außerdem ratsam, genug Eis im Gefrierschrank zu haben, um verderbliche Lebensmittel kühlen zu können. Bei Stromausfällen helfen Generatoren. „Auch die Hitze kann einem sehr zu schaffen machen“, erklärt Rein. Es gebe spezielle Generatoren, an die man Klimaanlagen anschließen könne, damit zumindest ein Zimmer kühl bleibt. Aus den Pools müsste vor dem Unwetter das Wasser gelassen werden, weil man mit viel Regen rechnen müsse. Natürlich sei auch ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln empfehlenswert.

„Obwohl Hurrikan ,Milton‘ hier in Miami nicht so schlimm werden sollte, waren im Supermarkt viele Regale leer“, berichtet Rein. Hurrikan „Andrew“, ein Sturm der Stufe fünf, der 1992 Miami verwüstete, hat die Menschen geprägt. „Auch damals wurde vorab berichtet, dass der Hurrikan Miami nicht treffen wird. Innerhalb von einer Stunde hat sich der Sturm dann komplett gedreht“, berichtet Rein – mit fatalen Folgen für die zum Teil unvorbereiteten Bewohner.

Schlimmes Erwachen
nach dem Sturm

„Das Schlimmste kommt aber oft erst nach dem Sturm“, betont die ehemalige Rosenheimerin. Danach komme meistens das Hochwasser, bis zu fünf Meter könne es ansteigen. „Viele Menschen haben ihre Häuser nicht versichert, obwohl man auch mit Stürmen rechnet“, erzählt sie. Das könne fatale Folgen haben. „Oft hängen überall die beschädigten Stromleitungen herunter“, berichtet sie. Wenn Menschen dann nach draußen gehen, bestehe die Gefahr, dass sie einen Stromschlag bekommen.

Sorgen um die
geliebte Immobilie

Mit einem der letzten Passagierflugzeuge konnte Rein nach Miami zurückkehren, bevor der Hurrikan auf die Region um Tampa Bay traf. Auch wenn ihre Wahlheimat von Hurrikan „Milton“ nicht stark betroffen ist, verfolgt sie die Nachrichten und hält sich auf dem Laufenden. „Ich habe Freunde in der betroffenen Region“, erzählt sie. Und um die mache sie sich natürlich große Sorgen. Hinzu kommt, dass viele ihrer deutschen Kunden Immobilien in Florida besitzen würden und sie jetzt schon um Rat bitten.

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