Zum Bericht „Viel Gewäsch für viel Eintrittsgeld“ (Lokalteil):
Der Protest gegen den Vortrag des angeblichen Verschwörungstheoretikers Dr. Daniele Ganser wäre glaubwürdiger, wenn nicht auch unsere staatstragenden Parteien und die Medien selbst Verschwörungsmythen verbreiten würden! So entbehrt die Behauptung jeder realistischen Grundlage, Putin würde bei einem Erfolg im Ukrainekrieg unverzüglich versuchen, die osteuropäischen Nato-Länder wieder dem russischen Herrschaftsbereich einzuverleiben und selbst vor Deutschland nicht haltmachen. Selbst, wenn das sein Ziel wäre, so ist Putin doch nicht so dumm, dass er nicht wüsste, dass er gegen die Nato keine Chance hat, dass das sein sicheres Ende wäre! Schließlich hat seine Armee schon große Schwierigkeiten, sich gegen die vom Westen ausgerüsteten ukrainischen Streitkräfte durchzusetzen! Wie der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg selbst vor einiger Zeit zugegeben hat, ging es Putin bei seinem Angriff auf die Ukraine lediglich darum, eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine zu verhindern, und der Krieg hätte vermieden werden können, wenn der Westen nicht diese rote Linie überschritten hätte!
Es ist ein altbewährtes Mittel der Kriegspropaganda, den Gegner zu dämonisieren und die Folgen seines Sieges in den schwärzesten Farben zu malen. Traurig, dass wir uns nicht zu schade sind, selbst zu solchen Mitteln zu greifen!
Lothar Schultz-Pernice
Rosenheim