Neuer Ort für Kaffeeliebhaber

von Redaktion

Das „08 Coffee“ sorgt mit ganz speziellem Angebot europaweit für Schlagzeilen

Rosenheim – Mit wenigen Handgriffen bedient Viktor Walther die Kaffeemaschine. Während er darauf wartet, dass das Wasser die richtige Temperatur erreicht, füllt er ein Sieb mit frisch gemahlenem Kaffee. Er drückt einen Knopf, wartet, bis sich die Tasse füllt, bevor er die Milch aufschäumt. „Oft werden Kaffee und Milch zu heiß serviert“, sagt er, ohne seinen Blick von der Maschine abzuwenden. Bei ihm sei das anders.

Viel im Ausland
unterwegs

Seit einem halben Jahr betreibt er – gemeinsam mit Lukas Tralmer – das „08 Coffee“ an der Eduard-Rüber-Straße 11a in Rosenheim. „Im März 2023 haben wir zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, ein eigenes Café zu eröffnen“, erinnert sich Tralmer. Er kommt aus der Region, war in den vergangenen Jahren viel im Ausland unterwegs.

Was all diese Städte vereint: Guter Kaffee oder „Specialty Coffee“, wie man untern Kennern sagt. Also Kaffee, der sich durch hohe Qualitätsstandards auszeichnet. „Orte, wo man einen solchen Kaffee bekommt, gibt es in Rosenheim noch zu wenig“, sagt Viktor Walther. Er selbst hat lange Zeit in der Gastronomie gearbeitet und sich in den vergangenen fünf Jahren verstärkt auf Barista-Themen konzentriert. Er hat Röstereien besucht, war auf Plantagen und in Cafés auf der ganzen Welt.

„Immer, wenn wir eine neue Stadt besuchen, schauen wir, wo es dort die besten Cafés gibt“, sagt Viktor Walter. Über die Jahre ist so der Wunsch gewachsen, selbst eine solche Anlaufstelle zu werden und ein Café zu eröffnen, dass nicht nur auf Qualität setzt, sondern auch optisch ein Hingucker ist. Durch Zufall sind die beiden Männer schließlich auf den Neubau in der Eduard-Rüber-Straße aufmerksam geworden. Auf den oberen Etagen entstanden Wohnungen für Studenten und Senioren, im Erdgeschoss sollte Gewerbe einziehen. Für Viktor Walther und Lukas Tralmer ein Glücksfall. Nachdem der Vertrag unterschrieben war, richteten sie die Räume ein. Der Tresen wurde geliefert, die Siebträgermaschine aufgebaut. Stühle und Tische folgten, dazu ein Beamer und ein alter Fernseher.

Schlicht sollte es sein, trotzdem geschmackvoll eingerichtet. Statt Radio läuft ausgewählte Musik. Alles ist genau durchdacht. „Wir wollen unsere Gäste triggern. Im positiven Sinn“, sagt Walther. Deshalb liege der Fokus darauf, die Reize richtig zu setzen. Ganz egal ob visuell, geschmacklich oder optisch. „Unser Café ist für uns eine Art Spielplatz, auf dem wir unsere Ideen und Träume ausleben können“, fügt er hinzu. Neben einem Sommerfest organisierten die beiden bereits eine Halloween-Party. Über den Beamer spielten sie einen Horrorfilm ab, einige Gäste kamen verkleidet, andere direkt von der Arbeit. Jeden Freitag soll das Café ab jetzt länger geöffnet haben und sich am Abend in eine Weinbar verwandeln – mit alten Videos, verschiedenen Weinen und guter Musik. Dass sich das Café der beiden eher außerhalb und damit nicht in einer 1A-Lage befindet, stört sie nicht. Im Gegenteil. „Niemand kommt durch Zufall bei uns vorbei, sondern, weil sie von uns gehört haben“, sagt Walther. Einige würden aus München kommen, andere aus Salzburg. Auch etliche Rosenheimer seien unter den Kunden. Sie alle vereint die Liebe zu gutem Kaffee und etwas, das man anderswo vielleicht nicht bekommt.

Bereit, tiefer in die
Tasche zu greifen

„Uns ist es sehr wichtig, zu wissen, woher unsere Bohnen kommen und wie sie geerntet werden“, sagt er. Gleiches gelte für den Wein und das Matchapulver. Dafür sind die beiden Männer auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Während er erzählt, holt er einen To-Go-Becher aus dem Schrank. „Normale Leuten hätten auf den Becher wohl einfach eine Kaffeetasse drucken lassen“, sagt er und lacht.

Weil sich die beiden, wie sie selbst sagen, aber nicht allzu ernst nehmen, ist auf ihrem Becher ein Nashorn abgebildet. „Wir spenden einen Cent pro Kaffee an eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Spitzmaul-Nashörner einsetzt“, sagt Walther. Die beiden sind gemeinsam auf einer Safari gewesen und haben neben Löwen und Elefanten eben auch besagtes Spitzmaul-Nashorn gesehen. Für sie ein unvergessliches Erlebnis, dass sie dazu animierte, Geld für den Schutz der Tiere zu sammeln.

Freude über Tausende
Net-Empfehlungen

Viktor Walther packt den Becher zurück, nimmt Bestellungen entgegen und erzählt währenddessen von der jüngsten Auszeichnung, die sein Café erhalten hat. 5750 Menschen wählten „08 Coffee“ zu einem der besten Orte in Europa, in denen „Speciality Coffee“ angeboten wird. „Wir wussten überhaupt nicht, dass es überhaupt eine Abstimmung gegeben hat“, sagt er. Umso größer sei die Freude gewesen, als er über die sozialen Medien von der Auszeichnung erfuhr. Es ist eine Bestätigung, dass die Arbeit der beiden Männer bei den Kunden ankommt – auch über die Grenzen Rosenheims hinaus.

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