Leserforum

Alter Wein in neuen Schläuchen

von Redaktion

Zum Artikel „Neue Pläne für das Seehotel Hubertus“ (Lokalteil):

Wer die Debatte verfolgt hat, wird bemerken, dass die Pläne alles andere als „neu“ sind. Von Oberbürgermeister Andreas März wird immer nur wiederholt, dass die Stadt kein Geld hat und damit eine Vergabe im Erbbaurecht an einen privaten Investor unabdingbar ist. Ebenso dass das Gebäude nicht sanierungsfähig und ein Neubau unumgänglich ist. Die „neuen“ Pläne des Oberbürgermeisters entsprechen überraschend genau den Vorstellungen des Wunschinvestors. Ein Zufall? Außerdem werden im Haushalt 2025 Mittel vorgesehen für die Erneuerung der Brücke über den Moosbach in Höhe von 368000 Euro. Man kann davon ausgehen, dass das Bauvorhaben deutlich teurer wird. Aufwendungen, die bei einer Sanierung des Gebäudes vielleicht nicht nötig werden? Aufwendungen, die nur dem privaten Investor dienen, dem dadurch „sein“ Bauvorhaben am Happinger See ermöglicht wird? Die „denkbare Verschiebung“ des Gebäudes nach hinten geht zulasten der Parkfläche direkt am See, in einem Naherholungsgebiet, das gerne von älteren Leuten oder Familien genutzt wird. Diese wären dann auf den weiteren Weg von den „großzügig“ zur Verfügung gestellten Parkflächen am Seltenhof angewiesen. Vorstellbar ist außerdem, dass bei einem Hotelbetrieb ein weiterer Teil der Parkplätze exklusiv für Gäste reserviert wird.

Man fragt sich doch sehr, was die Rosenheimer von all dem haben. Nein, es geht mir nicht darum, dass wir „Einheimische“ dort unsere Ruhe haben. Aber wir wollen auch nicht, dass durch verstärkte privatwirtschaftliche Nutzung noch mehr Druck im Naherholungsgebiet und – nicht zu vergessen – auch in einem schönen und sensiblen Landschaftsschutzgebiet entsteht.

Markus Tiefenthaler

Rosenheim

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