Mutmaßlicher Schmuckdieb vor Gericht

von Redaktion

Niederländer soll für Einbruch bei Juwelier in Kolbermoor verantwortlich sein

Kolbermoor/Düsseldorf – Lange sah es danach aus, als müsste der Einbruch in ein Juweliergeschäft in Kolbermoor im Frühsommer 2023 auf dem Stapel der ungelösten Fälle landen. Doch jetzt steht fest: Ein mutmaßlicher Täter ist gefasst. Ihm wird seit dem gestrigen Mittwoch in Düsseldorf der Prozess gemacht, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf auf Anfrage des Mangfall-Boten mitteilt.

Am Dienstag, 27. Juni 2023, hatten sich zwei Täter gegen 3.25 Uhr Zutritt zu den Räumlichkeiten eines Juweliergeschäfts an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor verschafft, indem sie gewaltsam den Glaseinsatz der Eingangstür zerstörten. Nach wenigen Minuten hatte das Duo seinen Beutezug bereits wieder beendet und war mit Schmuckstücken im Wert eines niedrigen sechsstelligen Betrags auf einem Sport-Motorroller davon gebraust. Ein Zeuge, der auf die Tat aufmerksam geworden war, rief sofort die Polizei. Die Großfahndung nach den Tätern durch zahlreiche Streifenwagen sowie per Hubschrauber blieb jedoch erfolglos. Am Tag nach der Tat entdeckten die Ermittler allerdings im Mangfallkanal bei Rosenheim in der Nähe des Unternehmens Krones das Fluchtfahrzeug, das anschließend eingehend auf Spuren untersucht wurde. „Ein Großteil der Spuren wurde ausgewertet und führte zu tatrelevanten Erkenntnissen“, teilte damals ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit. Vermutungen, der Juwelier-Coup in Kolbermoor könnte aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise der Täter sowie ähnlicher Täterbeschreibungen mit Juwelier-Einbrüchen am Samstag, 3. Juni 2023, in Traunstein und am Dienstag, 30. Januar 2024, in Neuburg an der Donau (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) in Verbindung stehen, bestätigten sich indes nicht. Dennoch scheinen die Täter für andere spektakuläre Straftaten in Deutschland verantwortlich zu sein. Denn wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegenüber dem Mangfall-Boten mitteilte, wurde mittlerweile ein 34-jähriger Niederländer, der für den Einbruch in Kolbermoor verantwortlich sein soll, verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. „Zwei mutmaßliche Mittäter konnten bisher nicht identifiziert werden“, so Staatsanwalt Julian Sterzel, Sprecher der Abteilung „Organisierte Kriminalität“ bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, weiter.

Dem 34-Jährigen wird neben dem Einbruch in Kolbermoor auch vorgeworfen, „in drei Fällen Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen gesprengt zu haben.“

Detaillierte Angaben, wie die Ermittler dem Tatverdächtigen letztlich auf die Spur gekommen waren, konnte der Staatsanwalt in Hinblick auf die bevorstehende Hauptverhandlung vor dem Landgericht Düsseldorf gegen den Niederländer nicht machen.

Mathias Weinzierl

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