Wenn Kunst der Seele hilft – Ausstellung in psychologischer Praxis

von Redaktion

Rosenheimer Künstlerin präsentiert abstrakte Werke in leuchtenden Farben – Vernissage am Freitag, 14. März

Rosenheim – Kunst kann heilsam sein. Davon ist Johanna Türk überzeugt. Die Rosenheimer Künstlerin, die hauptberuflich als Business Development Manager in der IT-Branche arbeitet, schöpfe selbst viel Kraft aus ihrer künstlerischen Tätigkeit. Ihre abstrakten Werke bestehen aus leuchtenden Farben und dynamischen Formen.

Momentan male Türk am liebsten mit Rosa und Gold. „Rosa steht dabei für Weiblichkeit und Sensibilität und Gold verleiht den Werken Kraft und Wertigkeit“, sagt sie. Das Malen sei für Türk ein spontaner und emotionaler Moment: „Der Pinsel und die Farben fließen mit mir über die Leinwand“, sagt sie. Selbst beim einfachen Kritzeln während eines Telefonats spüre sie positive Effekte für ihre Psyche.

Johanna Türk sei am Thema Psychologie auch privat sehr interessiert – sie habe früher für eine Rehabilitationseinrichtung gearbeitet. Diese unterstützt Menschen mit körperlichen oder psychischen Krankheiten, wieder zurück in Arbeit zu kommen. Dabei habe sie eines gelernt: „Heilung braucht Zeit und Verständnis“. Es helfe, einen Pinsel in die Hand zu nehmen und drauflos zu malen.

Für Psychotherapeutin Sarah Neto Soutinho sei Türks Vernissage eine willkommene Ergänzung zu den Therapien. „Gerade bei Depressionen, die oft von trüben Gedanken und Antriebslosigkeit geprägt sind, können lebendige, farbenfrohe Kunstwerke dazu beitragen, die Stimmung zu heben“, sagt sie. Milieutherapie nenne man das und Neto Soutinho freut sich darauf, die Räume mit Türks Kunst zu dekorieren.

Die Vernissage passe auch thematisch perfekt in die Therapieräume. „Kunst und Therapie haben das gleiche Ziel – den Ausdruck von Emotionen“, sagt die Therapeutin. Die Vernissage in den 100 Quadratmeter großen Praxisräumen soll auch dazu beitragen, Berührungsängste mit Psychotherapie abzubauen. „Viele Menschen, die eigentlich Hilfe bräuchten, trauen sich nicht, psychotherapeutische Unterstützung anzunehmen“, sagt Neto Soutinho. Sie hofft, dass das Stigma von Psychotherapie dadurch abgebaut werden kann. cw

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