Zum Bericht „Brücke an der Kunstmühle wird abgerissen“, erschienen im Lokalteil:
Mit Verwunderung beziehungsweise Verärgerung habe ich dem OVB entnommen, dass die Brücke an der Kunstmühle über den Mühlbach abgerissen werden soll. Das hat die Rosenheimer Stadtverwaltung bereits 2012 geplant, aber der Verkehrsausschuss, dem ich seinerzeit angehört habe, hat diese Absicht einstimmig verhindert. Unsere Begründung für den Erhalt der Brücke war, dass sie für die Bewohner der umliegenden Wohngebiete doch eine gewisse Bedeutung habe. Und so blieb das kleine Brückenbauwerk zur Freude von Spaziergängern, Gassigehern und Radfahrern bis heute erhalten. Doch die Zeiten ändern sich: Statt kleiner Annehmlichkeiten für die Bürger sind jetzt „überregionale Attraktionen“ wie Surfwellen gefragt. Für diese spielt Geld kaum eine Rolle, während man einen Brückenneubau mit dem Kostenargument verhindert. Wurde überhaupt nach Alternativen gefragt? Ich erinnere mich an den Bau der Brücke über die Kaltenmündung an der Kufsteiner Straße. Da konnten die Kosten der ersten Planung durch Reduzierung des Bauwerks um 75 Prozent gesenkt werden und die Nutzer der Brücke sind noch heute zufrieden.
Es ist schon bemerkenswert: Ein kleiner Steg über den Mühlbach ist nicht machbar, während Großstadtallüren den Beifall von Stadtratsmehrheiten finden. Und vor den Kommunalwahlen 2026 werden alle Parteien beteuern, dass sie Rosenheim liebenswert erhalten und gestalten wollen.
Franz Weiland
Rosenheim