Mysteriöses Gepäck sorgt für Rätsel

von Redaktion

Eine OVB-Leserin entdeckte am vergangenen Sonntag zwei herrenlose Koffer in der Klepperstraße in der Nähe des Bahnhofs. Wem sie gehören, ist unklar. Was die Polizei in solchen Situationen rät und was zu den Koffern bekannt ist.

Rosenheim – Die Verwirrung war groß, als eine OVB-Leserin, die lieber anonym bleiben möchte, am vergangenen Sonntagmorgen zwei herrenlose Koffer beim Rosenheimer Bahnhof in der Klepperstraße entdeckte. Auf den ersten Blick scheint das in Bahnhofsnähe nicht allzu ungewöhnlich. Doch die Polizei ist in solchen Fällen wachsam.

Die Koffer sahen aus, als stammen sie aus einer vergangenen Zeit. Das Leder war schmutzig, die Aufschrift verblichen. Und einer davon war laut den Schilderungen der OVB-Leserin mit vergilbten Zeitungen gefüllt. Die Gepäckstücke lagen auf einer Bank in der Klepperstraße, direkt hinter den Fahrradparkplätzen.

Bundespolizei bei
Gepäck wachsam

Die Bundespolizei Rosenheim, die für die Sicherheit im Bahnhofsbereich zuständig ist, weiß nichts Genaueres über die beiden Koffer. Das teilt Pressesprecher Rainer Scharf auf OVB-Anfrage mit. „Prinzipiell können Fundstücke bei der Bahn oder im Fundbüro abgegeben werden“, erklärt Scharf.

Bei verschlossenen Gegenständen, wie Koffern im Bahnhofsgebäude, ist die Bundespolizei allerdings besonders wachsam. „Das ist ein sehr sensibler Bereich, es sind viele Menschen unterwegs“, betont Scharf. Dementsprechend würden unter Umständen auch weitere Maßnahmen eingeleitet. „Es kann durchaus sein, dass man mal einen Diensthund vorbeischickt, der auf Sprengstoff spezialisiert ist“, sagt der Pressesprecher.

Die Entscheidung, ob weitere Maßnahmen eingeleitet werden, treffe man abhängig von der jeweiligen Situation. „Wenn ein Koffer im Zug übrig bleibt oder im Gebäude steht und keiner weiß so recht, wo der dazugehört, dann gehen wir lieber auf Nummer sicher“, betont Scharf.

Das bestätigt auch eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Den Inhalt des Koffers überprüfen oder ihn zum Fundbüro bringen, sollte man als Passant oder Reisender nicht. „Ihn im Auge zu behalten, kann aber sehr hilfreich sein“, sagt sie. Dann gelte es, erst einmal abzuwarten. Möglicherweise tauche der Besitzer nach einiger Zeit wieder auf. Sollte das nicht der Fall sein, rät die Bahn, einen Servicemitarbeiter zu kontaktieren. „Zum Beispiel die Mitarbeiter an der DB-Information.“ Im Zug könne man auch den Lokführer per Sprechstelle darauf aufmerksam machen oder sich an die Servicenummer der Bundespolizei wenden.

Gegenstände
keinesfalls anfassen

Dass Gepäck stehen gelassen wird, kommt der Sprecherin zufolge vor allem an größeren Bahnhöfen häufiger vor. Auch wenn es meist nicht mit Absicht passiert, könne es einiges nach sich ziehen. Etwa, wenn die Bundespolizei mit einem Sprengstoffspürhund anrücken muss.

Zu den verwaisten Koffern in der Nähe des Rosenheimer Bahnhofs hat man auch bei der örtlichen Polizeiinspektion keine Informationen. „Wir haben davon keine Kenntnis“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer auf OVB-Anfrage. „Es gab keine Anrufe oder Ähnliches.“ Dementsprechend könne man auch nichts zum möglichen Besitzer sagen.

Ob herrenloses Gepäck in Bahnhofsnähe öfter vorkommt, kann Maurer nicht vollständig beantworten. „Die Polizeiinspektion Rosenheim ist für das Bahnhofsareal zuständig. Für den Bahnhof beziehungsweise Belange der Reisenden dann die Bundespolizei“, sagt er. Für seine Dienststelle allerdings könne er sagen, dass derartige Gegenstände eine „absolute Seltenheit und Ausnahme“ sind.

Findet man solche Koffer, gibt es ihm zufolge jedoch etwas zu beachten. „Gegenstände sollten nicht angefasst oder berührt werden“, betont Maurer. Zudem sei die Notrufnummer 110 jederzeit erreichbar. „Die Polizei leitet entsprechende Maßnahmen nach Mitteilung ein“, sagt er. Wem die Koffer gehören, bleibt aber wohl vorerst offen.

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