Rosenheim – Autofahren in Rosenheim kann zurzeit an manchen Tagen schon einmal zur Geduldsprobe werden. Neben der Vollsperrung eines Stückes der Prinzregentenstraße wird seit Wochen zeitgleich in der Innstraße und der Königstraße gearbeitet. Obwohl es dort einspurig an den Bauarbeiten vorbeigeht, müssen Autofahrer dennoch die ein oder andere Extraminute einplanen oder einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Auch, weil es sich bei diesen Straßen um drei wichtige Verkehrsadern aus und in die Stadt handelt. Jetzt steht an einer weiteren wichtigen Stelle in der Stadt der nächste große Bauabschnitt an.
In der Äußeren Münchener Straße werden ab kommender Woche Stück für Stück die Behelfsbrücken für den Bau der neuen Mangfallkanalbrücke an ihren Platz gehoben. Der Neubau der Brücke war notwendig geworden, da die bisherige Überquerung des Mangfallkanals in die Jahre gekommen ist – und sich in einem schlechten Zustand befindet. Zudem täglich rund 25000 Fahrzeuge über die Brücke fahren. Weshalb es an der Stelle zu Stoßzeiten aufgrund der Zweispurigkeit auch immer wieder mal Staus gab.
So fiel bereits Ende 2023 die Entscheidung, dass die Brücke neu gebaut werden muss. Nach vielen Diskussionen und einigen Wendungen waren sich die Stadträte einig: Es wird vierspurig und während der Bauphase soll es zwei Behelfsbrücken geben, eine für Autos und eine für Radfahrer und Fußgänger – um das ganz große Verkehrschaos in der Stadt zu vermeiden. Kostenpunkt: 13,8 Millionen Euro, rund sechs Millionen übernimmt der Freistaat. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant. Die neue Brücke soll in Zukunft rund zehn Meter breiter – 23,20 Meter statt 13,50 Meter – und über 1,50 Meter höher sein als die alte Mangfallkanalbrücke. Zudem wird es eine Unterführung auf der Aicherpark-Seite geben, die es Fußgängern und Radlern ermöglicht, die Äußere Münchener Straße an der Stelle ohne Ampel zu überqueren.
Bisher sei auch „weitgehend“ alles planmäßig verlaufen, sagt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt, auf OVB-Anfrage. Seit Oktober 2024 wird an und neben der alten Mangfallkanalbrücke gearbeitet. Bäume wurden gefällt, neue Kabel und Leitungen verlegt und die Fahrbahnspuren neu aufgeteilt. Wie ein kurzer Besuch vor Ort zeigt, ist nun alles bereit, dass die Module der Behelfsbrücken eingehoben werden können.
Der Platz für die Übergangsüberquerung ist leer geräumt, einige Rampen wurden aufgeschüttet und die ersten Begrenzungen sind zu erkennen. Ab Montag (5. Mai) sollen dann die neuen Brückenteile kommen. „Die Brückenmodule werden von Autokränen eingehoben“, erklärt Baab. Die speziellen Fahrzeuge braucht es, da das leichteste der insgesamt drei Module 35 Tonnen wiege. „Die anderen Teile wiegen zwischen rund 70 und 80 Tonnen“, sagt der Pressesprecher. Die Brücke für Radfahrer und Fußgänger werde dabei gegen Mitte der Woche im Ganzen eingesetzt. Baab versichert, dass es während des Einsetzens der Brückenmodule keine größeren Probleme für den fließenden Verkehr geben wird. „Es kann höchstens zu kleineren Behinderungen kommen, wenn die Autokräne am Montag, 5. Mai, anreisen“, betont Baab. Danach stünden die Fahrzeuge neben der Fahrbahn. Nach dem Einsetzen der Befehlsbrücke könne der Verkehr darüber genauso fahren, wie über die bisherige alte Mangfallkanalbrücke auch, da die Module die gleiche Tragfähigkeit haben.
So seien Sperrungen in der Äußeren Münchener Straße erstmal nicht notwendig, teilt Christian Baab mit. Mit diesen sei erst im kommenden Jahr zu rechnen, wenn die alte Mangfallkanalbrücke zurückgebaut wird. Bis dahin sind voraussichtlich auch die Bauarbeiten an den anderen Verkehrsadern in Rosenheim abgeschlossen.