Rosenheim – Ein bislang unbekannter Mann hat am Donnerstagabend, 4. September, versucht, auf dem Rosenheimer Herbstfest mit einem falschen 20-Euro-Schein Chips für ein Fahrgeschäft zu kaufen. Der Betreiberin des Fahrgeschäfts kam der Schein jedoch merkwürdig vor.
Papier fühlt
sich anders an
„Sie hat ihn angefasst und etwas in die Höhe gehalten. Das Papier kam ihr komisch vor und das Wasserzeichen hat sie auch nicht gesehen“, sagt Hauptkommissar Robert Maurer.
Daraufhin habe die Betreiberin den Mann angesprochen, der sofort die Flucht ergriff. „Dass es sich um Falschgeld handeln muss, war dann relativ schnell klar“, sagt Maurer. Die Betreiberin sei direkt im Anschluss mit dem Schein zur Polizei gegangen.
Es ist kein Einzelfall, wie jetzt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mitteilt. „Seit August 2025 wurden mehrere Fälle im Bereich Rosenheim bekannt“, sagt sie auf OVB-Anfrage. Aufgrund noch laufender Ermittlungen könne sie auf die einzelnen Fälle jedoch nicht näher eingehen.
Fest steht, dass bei dem Falschgeld, das entdeckt wurde, die Sicherheitsmerkmale fehlten. „Die Echtheit einer Euro-Banknote lässt sich mit dem Test ‚Fühlen – Sehen – Kippen‘ ganz einfach überprüfen“, sagt die Sprecherin der Polizei. So seien typische Anzeichen dafür, dass man eine gefälschte Banknote in der Hand hat, beispielsweise Abweichungen bei der Haptik, dem Gewicht, der Farbe oder bei Sicherheitselementen wie Wasserzeichen, Hologrammen und Sicherheitsfäden. „Wenn man den Verdacht hat, Falschgeld zu besitzen, ist es ratsam, die Polizei zu informieren und das Geld nicht weiterzugeben und zu verwenden“, sagt die Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. In der Regel taucht Falschgeld ihr zufolge häufig an Essensbuden, Tankstellen oder in sonstigen Geschäften auf. „In den meisten Fällen werden Falsifikate als Bar-Einnahmen unerkannt eingezahlt und erst bei der Bank angehalten“, sagt die Sprecherin.
Wird Falschgeld sichergestellt – wie bei dem Vorfall auf dem Rosenheimer Herbstfest – werden die vorhandenen Spuren gesichert. Anschließend wird das Geld auf richterliche Anordnung hin eingezogen. „Durch die Deutsche Bundesbank werden die entsprechenden Falsifikate begutachtet, klassifiziert und einbehalten“, erklärt die Polizeisprecherin.
Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 80 Geldfälschungen im Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Bei 21 handelte es sich um das sogenannte „Inverkehrbringen von Falschgeld“. Bedeutet: Jemand gibt vorsätzlich falsches Geld als echt aus und bringt es in den Zahlungsverkehr – auch dann, wenn er es nicht selbst gefälscht hat. „Im Vergleich zu 2023 ist ein leichter Anstieg um circa 20 Fälle zu verzeichnen“, sagt die Polizeisprecherin. Die Aufklärungsquote liegt bei 62,5 Prozent.