Kolbermoor/Rosenheim – Aus Sicht der Veranstalter war es eigentlich ein „traumhaftes Open-Air-Tanzevent“, das am Donnerstag, 4. September, am Salzstadel in Rosenheim von Musik, einem wirkungsvollen Sonnenuntergang und vor allem glücklichen Menschen auf der Tanzfläche geprägt war. Eigentlich alles also „wie im Bilderbuch“ – wäre da nicht der eine Vorfall gewesen. Denn auf mysteriöse Art und Weise verschwand bei der Veranstaltung etwas, das für den Kolbermoorer Verein Quest Dance Club einen hohen emotionalen Wert hat.
„Und puff,
weg war sie“
Was auf den ersten Blick eher marginal erscheint, ist für die Verantwortlichen mehr als ärgerlich. „Unsere schwarze Vereinsdecke mit Logo ist verschwunden!“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „StadtLeben“ der Stadtbibliothek Rosenheim war der Quest Dance Club Kooperationspartner der Reihe „Rosenheim tanzt“. Die Vereinsdecke habe dabei gut sichtbar bei der Technik gehangen „und puff, weg war sie“.
Konkret erläutert nun
Lioudmila Pokhis, Vorstand Tango Argentino beim Kolbermoorer Verein, auf OVB-Nachfrage, dass man von 18 bis 20.30 Uhr zu einem Boogie-Woogie-Open-Air eingeladen hatte. „Die Veranstaltung war sehr gut besucht – zahlreiche Schaulustige blieben stehen, machten Fotos und genossen die ausgelassene Stimmung“, berichtet Pokhis. Doch mitten in diesem gelungenen Rahmen habe sich „etwas Kurioses“ ereignet, sagt sie und meint das spurlose Verschwinden der schwarzen Vereinsdecke mit großem „Sonnen“-Logo. Doch was macht eine solche Decke so wertvoll, dass sich der Verein nun damit sogar an die Öffentlichkeit wendet?
Laut Lioudmila Pokhis habe die Decke zwar keinen besonderen finanziellen, „wohl aber einen hohen ideellen Wert“. Es handele sich dabei um einen schwereren Stoff, den der Verein lange gesucht hat und der inzwischen nicht mehr im Handel erhältlich sei. „Wir haben die Decke selbst genäht und mit unserem früheren ‚Sonnen‘-Logo besticken lassen – einem Logo, das seit unserem Auszug aus dem gleichnamigen Fitnessstudio nicht mehr verwendet wird und daher Erinnerungswert für uns hat“, so Pokhis. Der Verein bezeichnet das Exemplar gar als „Herzensstück“.
Laut Angaben des Vereins wurde die Decke um kurz vor 18 Uhr vom Vorstandsmitglied Gaby Sonnenhauser an einer Bank im Bereich des DJ-Pults aufgehängt. Gegen 18.30 Uhr habe Vorstandsmitglied Anita Windsberger die Decke noch hängen gesehen, gegen 19.30 Uhr wurde dann jedoch festgestellt, dass die Decke verschwunden war. Man habe sofort mit der Suche begonnen, jedoch ohne Erfolg.
Was will jemand mit dem speziellen Stück?
Was den Verantwortlichen besonders sonderbar erscheint: „Unser Team war die ganze Zeit vor Ort – mit mehr als einer Person – und trotzdem verschwand die Decke unbemerkt“, sagt
Lioudmila Pokhis. Klar sei, dass sich mehrere Jugendliche in diesem Bereich aufgehalten hätten. Pokhis: „Man fragt sich unweigerlich: Was möchte ein Außenstehender mit so einer speziellen Decke anfangen?“
Der Polizei ist der vermeintliche Diebstahl bislang jedenfalls nicht bekannt. Man habe keine Anzeige erstattet, um die Polizei nicht unnötig zu belasten, so der Verein. Vielmehr hoffe man auf Hinweise durch eine mediale Aufmerksamkeit. So macht die Pressemitteilung des Vereins unter anderem in den sozialen Medien die Runde, wo die Nachricht etwa mehrmals geteilt wurde und eine Userin schreibt: „Hoffe die Decke findet sich wieder!“ Die Vereinsverantwortlichen hoffen indes auf einen harmlosen, „vielleicht biergetränkten“ Scherz in Herbstfest-Laune und gehen davon aus, dass die Decke „irgendwo in der Stadt, im Park oder unter einem Bierzelt-Tisch ihr neues Dasein fristet“.
Wer die Decke irgendwo findet oder etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich per E-Mail an info@quest-dance-club.de zu wenden. Hinweise, die die Decke zurückbringen, sollen sogar mit einem Finderlohn, etwa einem Tanz-Starterkurs oder mit Freikarten für die Boogie-Woogie-Live-Night am 22. November, belohnt werden. Abschließend schreibt der Verein in seiner Mitteilung hoffnungsvoll: „Augen offenhalten! Diese Decke ist nicht nur Stoff, sondern ein Stück Vereinsliebe.“