Rosenheim – Kurze Beine, langer Körper – und rasend schnell. Na gut, Letzteres verbindet man nicht unbedingt mit dem klassischen Dackel. Doch beim größten deutschen Indoor-Dackelrennen in München an diesem Wochenende wird man einige blitzschnelle „Wiener“ zu sehen bekommen. Und mit dabei ist sogar ein Team aus Rosenheim. Für Julia und Manfred Kiefl wird ihr Dackel-Mops-Mix Xavi an den Start gehen.
Ein Mischling beim Dackelrennen. Ist das nicht unfair? Tatsächlich nicht. Damit jeder Dackel auch faire Chancen auf den Sieg hat, gibt es verschiedene Kategorien. Und die reichen von unterschiedlichen Gewichtsklassen, also Dackel bis 7,9 Kilo und Dackel ab acht Kilo, bis hin zum Dackel-Mix oder sogar dem Dackel mit Handicap. Klar ist, dass beim Dackelrennen in der Motorworld München allerhand los sein wird. Schließlich treten über die zwei Tage verteilt insgesamt 125 Dackel aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz zum Wettrennen an. Klingt chaotisch – und ein wenig Chaos erwartet auch Julia Kiefl. „Ich glaube, die werden da alle wild durch die Gegend laufen“, sagt Julia Kiefl und lacht.
Die Teilnahme am Rennen war für sie und Xavi mehr eine spontane Aktion. „Ich habe das auf Instagram gesehen und wollte ohnehin schon immer mal zu einem Dackel-Event“, erzählt sie im Gespräch mit dem OVB. „Und Xavi ist tatsächlich sehr schnell, wenn er will.“ Wenn er will – ein wichtiger Halbsatz, der bei einem Dackel-Rennen wohl häufiger fällt. Denn die Rasse ist bekannt für ihren Sturkopf. „Beim Xavi ist der Dackel auf jeden Fall im Charakter“, sagt Kiefl. „Der hat so einen Sturkopf, das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Dennoch: Ein bisschen geübt haben Julia Kiefl, ihr Mann Manfred und Xavi bei den alltäglichen Spaziergängen trotzdem.
Eine „Dackelmeile“, wie es der Veranstalter nennt, müssen die Dackel beim Rennen zurücklegen. Das entspricht in „Menschen-Maßen“ insgesamt 40 Metern. Am Start schickt dann ein Herrchen den Hund ins Rennen – im Ziel wartet dann Herrchen Nummer zwei. Welches ihn bestenfalls ohne Leckerchen zum schnellen Rennen bewegt. „Man darf nicht mit tollen Sachen locken, aber man darf eine Belohnung geben, wenn er kommt.“
Weltmeister rannte 40
Meter in 4,4 Sekunden
Ob Xavi schneller sein wird als der amtierende Weltmeister Luitpold, der im vergangenen Jahr in 4,4 Sekunden über die Strecke raste, wird sich zeigen. Große Siegesambitionen hat Kiefl nicht – es geht mehr um den Spaß und das Event.
Spannend dürfte es für den Dackel-Repräsentanten aus Rosenheim aber trotzdem werden. Ihm steht nämlich ein Familienwettkampf bevor. „Zwei seiner fünf Konkurrenten sind Xavis Geschwister, das dürfte also interessant werden“, berichtet Kiefl. Patricia Huber