Die wilde Jagd in der Kastenau

von Redaktion

Burschenverein organisiert zum 15. Mal eine Mega-Show – Perchten aus fünf Pässen lehren die Rosenheimer das Fürchten

Rosenheim – Feuer, Fell und furchterregende Masken: Rund 600 Besucher erlebten den traditionellen Perchtenlauf in der Kastenau. Der Burschenverein sorgte mit uralten Bräuchen und schaurigen Gestalten für ausgelassene Stimmung.

Seit fast 20 Jahren gibt es den Burschenverein Kastenau, der sich die Pflege von Traditionen und Brauchtum auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um alte Bräuche wie das Sonnwendfeuer oder die Geschichte mit den Maibäumen. In diesem Zusammenhang sind sie von anderen Vereinen ebenso gefürchtet wie beliebt. Warum? Weil sie zum einen immer wieder einen der vorbereiteten Bäume stehlen, aber nach dessen „Auslösung“ beim Aufstellen desselben tatkräftig mithelfen.

Burschenverein
pflegt Brauchtum

Ein weiterer alter Brauch sind die Perchten. Diese im ganzen Alpenraum und im Voralpenland bekannten Figuren treiben ihr Wesen oder Unwesen vor und nach der Weihnachtszeit. Insbesondere in den sogenannten Raunächten um die Jahreswende. Bekannt ist, dass es diese Figuren bereits in heidnischer Zeit gab, wo sie um die Wintersonnwende die langen Nächte, ja den Winter insgesamt und dessen böse Geister vertreiben sollten. Zwar hat und hatte Rosenheim in der Historie keine Perchten aufzuweisen, doch gibt es dafür im Oberland eine ganze Reihe von traditionellen „Perchten-Läufen“, sodass der Kastenauer Burschenverein sich überlegte, solche Gruppen nach Rosenheim einzuladen.

600 Besucher erleben ein schauriges Spektakel

So gab es nun bereits zum 15. Mal einen Perchtenlauf in der Kastenau, ist also selber bereits Tradition geworden. Man erinnert sich dabei an die Faschingsumzüge in früheren Jahrzehnten, deren Organisation ebenfalls von Kastenauer Vereinen ausging.

Bereits gegen 18 Uhr am Samstag strömten an die 600 Neugierige zur Wiese am Lindenweg, wo der Burschenverein eine regelrechte Arena für diese Veranstaltung errichtet hatte.

Entsprechend gut hatten sich die Organisatoren des Vereins vorbereitet. Sieben Verkaufsstände mit Glühwein, Bratwurst und diversen Getränken wurden von den Besuchern belagert. An mehreren offenen Feuertonnen konnten sich die Zuschauer wärmen. Und so stieg trotz der lausigen Kälte die Stimmung, bis die Perchtengruppen antraten.

Perchten sorgen für
ausgelassene Stimmung

Solche Gruppen nennen sich „Pass“ – und so schüttelten und schepperten die Pallinger „Stoaberg Pass“, gefolgt von den Bad Reichenhaller „Wörgötter Pass“ und der „Rumesbacher-Höllengarde“, bedrohlich. Kein Wunder, wenn dann der Winter heutzutage womöglich gar nicht mehr stattfände. Sogar aus Österreich kamen die Niederndorfer Perchten, bevor der Raublinger „Inntal Pass“ den Abschluss bildete. Für die ängstlicheren Besucher gab es eine „perchtenfreie Zone“, in der sie aus geschützter Distanz dem Treiben zusehen konnten. Mitunter wurde sogar eine regelrechte Perchten-Tanz-Show geboten. Bis tief in die Nacht war die Stimmung großartig, und es bleibt zu hoffen, dass der Burschenverein Kastenau auch im nächsten Jahr wieder eine solch ansprechende Veranstaltung organisiert.

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