300 Rosenheimer beim OVB-Weihnachtssingen

von Redaktion

Das OVB-Weihnachtssingen hat Tradition: Seit 2003 kommen die Bürger zusammen, um gemeinsam zu singen. So auch in diesem Jahr. Rund 300 Menschen stimmten sich vor der Stadtbibliothek auf die Weihnachtszeit ein.

Ernst Schusser bringt schon seit vielen Jahren die Menschen beim gemeinsamen Singen zusammen und unterstreicht den großen Schatz der Volkslieder.

Rosenheim – Zufrieden blickte sich Ernst Schusser um. Er trug eine rote Mütze, das Akkordeon hatte er sich vor die Brust gespannt. „Jeder Mensch kann singen, nicht jedem kann man zuhören“, sagte er mit lauter Stimme. Er lachte kurz, dann gab er das nächste Lied bekannt. „Zu Bethlehem geboren“, rief er. Die rund 300 Menschen blätterten hektisch in ihrem grünen Liederheft. Einige hatten das Heft mitgebracht, andere kauften noch schnell ein Exemplar für 1,50 Euro.

Kurz war es leise, dann stimmte Schusser das beliebte Weihnachtslied an. Nur wenige Minuten zuvor begrüßte OVB-MEDIA-Chefredakteur Christoph Maier die Anwesenden. Er bedankte sich bei der Stadtbibliothek für den Platz und Max Fahrenschon für den Glühwein. Während Kulturredakteur Klaus Kuhn Lebkuchen herrichtete und den Punsch erwärmte, gab Schusser bereits das nächste Lied bekannt.

„Kommet, ihr Hirten“, rief er in die Menge, die ihm lautstark die Seitenzahl nannte. Die ersten Töne des Akkordeons erklangen, dann stimmten die Anwesenden ein. Einige saßen auf den Treppen, andere standen dicht beisammen, dick angezogen, mit Winterjacke, Handschuhen und Mütze. Jung und Alt, Groß und Klein sangen die nächsten drei Strophen gemeinsam. Kurz wurde geklatscht, dann erzählte Schusser von den vergangenen Wochen. 20 Veranstaltungen habe er bereits gehabt. Immer dabei: Gitarristin Eva Bruckner. „Am Mittwoch hat es sie dann zerbröselt, aber Rosenheim läuft sowieso von alleine“, sagt Schusser. Noch schnell macht er einige Fotos für Bruckner, bevor er den nächsten Klassiker anstimmt.

Er stimmte das Lied „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ an. Die 300 Menschen sangen lautstark mit. Sie tanzten, drehten sich im Kreis und hielten sich an den Händen. Es wurde gelacht und geratscht. Die Atmosphäre ist besonders. Das weiß auch Ernst Schusser. „Rosenheim ist die Zentrale für die Verbreitung von Volksliedern“, sagte er.

Noch gut erinnert er sich an die Anfänge der Veranstaltung. Die ehemalige OVB-Redakteurin Elvira Biebel-Neu brachte das Ganze im Advent 2002 ins Rollen. Das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern sollte für die Weihnachtsausgabe des Oberbayerischen Volksblatts und seiner Heimatzeitungen einige Texte zu gebräuchlichen Weihnachtsliedern beisteuern.

Die Mitarbeiter vom Volksmusikarchiv kamen dieser Aufforderung nach – verbunden mit der Bitte, zugleich eine Umfrage zu starten, mit dem Inhalt: Welche Lieder würden die Leser gern an Weihnachten singen – wissen aber nur die erste Strophe?

Aus den Ergebnissen dieser Umfrage entstand das kleine Heftchen mit dem Namen „Weihnachtslieder selber singen“ – mit 26 deutschen und regional überlieferten Weihnachtsliedern. Mittlerweile geht das Liederheft in die 19. Auflage. „Alle sind gleich aufgebaut, deshalb können wir heute auch alle miteinander singen“, sagte Schusser.

Und genau das taten die Rosenheimer auch. Auf „O Tannenbaum“ folgte „Ihr Kinderlein, kommet“. Es wurde gesummt und in die Hocke gegangen. Nach fast 40 Minuten stimmte Schusser sein letztes Lied an – nicht, ohne den 300 Teilnehmern zuvor noch frohe Weihnachten zu wünschen.

Kaum war die letzte Strophe gesungen, stürmten die Anwesenden zum Glühweinstand. Chefredakteur Christoph Maier, Chefreporterin Rosi Gantner, Chefin vom Dienst Print Eva-Maria Gruber und Kulturredakteur Klaus Kuhn hatten alle Hände voll zu tun, Punsch und Glühwein auszuschenken. Eine Besonderheit: Heuer gab es erstmals selbst designte OVB-Tassen, die jeder im Anschluss mit nach Hause nehmen konnte.

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