Sie will die Freude am Lesen weitergeben

von Redaktion

Im Kinderhaus der Rosenheimer Stadtbibliothek gibt es einen Leitungswechsel. Gabriela Schmidt übergibt nach 20 Jahren an Regina Moser, die künftig neben Leseförderung auch neue medienpädagogische Akzente setzen will.

Rosenheim – Im Kinderhaus, der Kinderabteilung der Stadtbibliothek Rosenheim, ändert sich zum Jahreswechsel die Leitung. Die gelernte Kinderpflegerin und Buchhändlerin Gabriela Schmidt, die 1998 als Quereinsteigerin in die Bibliothek kam, übergibt nach 20 Jahren als Leiterin des Kinderhauses diese Aufgabe an Regina Moser.

„Kann mir keine
schönere Arbeit vorstellen“

„Die Bibliothek ist der wichtigste Kooperationspartner zum Thema Leseförderung. Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen“, sagt Schmidt rückblickend. „Ich habe nie das Gefühl gehabt, arbeiten zu müssen.“ Ganz zurückziehen will sie sich deshalb nicht aus ihrer Arbeit, die zugleich ihre Lieblingsbeschäftigung war: „Ich werde auch im Ruhestand vorlesen und das Vorlesen weitergeben.“

Über die Zukunft der Bibliothek macht sie sich keine Sorgen, ebenso wenig über die Zukunft des Buches: „Eine Bibliothek ohne Bücher macht keinen Sinn.“

Zudem sieht Gabriela Schmidt die Bibliothek als Lernort wieder im Kommen. Es würden wieder mehr Jugendliche kommen, um gemeinsam zu lernen.

Für Schmidt ist das Projekt „Bibliotheksausweis in die Schultüte“ besonders wichtig. Das Projekt hat die Leseförderung zum Ziel. Mit dem eigenen Bibliotheksausweis sollen alle Grundschüler zum Lesen angeregt werden. Außerdem werden alle Schüler der ersten Klassen zu einem Bibliotheksbesuch eingeladen, bei dem sie selbst Bücher ausleihen können, die sie dann zusammen mit den Eltern wieder abgeben. Dabei lernen auch alle Eltern die Bibliothek und ihre Angebote kennen.

Neue Impulse
für die Zukunft

Schmidts Nachfolgerin Regina Moser, die nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Kulturbereich in München die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste gemacht hat, arbeitet seit sechs Jahren in der Rosenheimer Stadtbibliothek. Parallel dazu studiert sie Kultur- und Medienpädagogik. Wie ihrer Vorgängerin ist ihr die Leseförderung besonders wichtig. Sie will „die Freude am Lesen weitergeben“ und dabei „das bisherige Programm im Großen und Ganzen so beibehalten“, darunter auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Schulen.

Zudem will sie Neues ins Angebot aufnehmen. In einem medienpädagogischen Projekt will sie auf die Gefahren der Neuen Medien hinweisen und so Medienkompetenz vermitteln: „Fake News werden auch ein Thema sein“, kündigt sie an. Doch trotz aller Neuerungen ist für sie klar: „Das Buch und das Lesenlernen bleiben im Mittelpunkt.“ Das gilt nicht nur für die deutsche Sprache. Im Regal für Fremdsprachen stehen Bücher in zehn Sprachen, unter anderem „Asterix“ im französischen Original und in Latein. Außerdem wird die MINT-Abteilung ausgebaut, um schon Kinder für Naturwissenschaften und Technik zu interessieren.

Beeindruckende
Bilanz in Zahlen

Die Stadtbibliothek hatte im Jahr 2024 laut Moser einen Medienbestand von insgesamt 97.590 Einheiten, die von 21.780 Personen genutzt wurden. In der Kinder- und Jugendabteilung gab es 22.516 Medien für rund 10.000 Kinder und Jugendliche. Einschließlich der angeschlossenen Schulbibliotheken im Karolinen-Gymnasium, Sebastian-Finsterwal- der-Gymnasium und Ignaz-Günther-Gymnasium wurden 11.515 Nutzer verzeichnet. Zudem veranstaltete das Kinderhaus der Stadtbibliothek im Jahr 2024, in dem es 938 Neuanmeldungen von Kindern und Jugendlichen gab, 163 Klassenführungen und 21 Lesenächte. Die Teilnehmer bei den Veranstaltungen kommen dabei aus der Stadt Rosenheim und 14 Gemeinden im Umland.

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