Rosenheim – So ganz geheuer schienen die beiden Häuser den Anwohnern in der Aisingerwies noch nicht zu sein. Beim Richtfest von 15 neuen Wohnungen in der Arnulfstraße stand die eingeladene Nachbarschaft staunend vor den Gebäuden, die innerhalb von gut zwei Wochen als Rohbau hochgezogen wurden.
„Geplant war das ja schon länger. Aber dass es so plötzlich geht, hätte ich niemals gedacht“, sagt eine Rosenheimerin, die schon seit einigen Jahren in der Aisingerwies lebt.
Elemente wurden
im Werk vorproduziert
Dass zumindest die Fassade so schnell steht, liegt an einer speziellen Modulbauweise. „Die meisten Elemente werden im Werk vorproduziert und müssen anschließend nur noch angeliefert und montiert werden“, erklärt Architekt David Meuer vom gleichnamigen Architekturbüro.
Dabei werden sämtliche Werke unter der Firma „Holzbau Bayern“ zusammengefasst und arbeiten zentral an einem Standort. „Das hat mehrere Vorteile: Die Arbeiten gehen deutlich schneller, die Lärmbelästigung für die Nachbarn sinkt und die Handwerker können unter deutlich besseren Bedingungen arbeiten“, sagt der Architekt.
Das Ergebnis sind rund 1.000 Quadratmeter Wohnraum. „Drei Appartements mit rund 40, sechs Wohnungen mit 50 und sechs Wohnungen mit 83 Quadratmetern“, erläutert Beate Schneider, Projektverantwortliche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Diese ist der Bauträger des Projekts und mit inzwischen knapp 40.000 Wohnungen einer der größten Immobilien-Eigentümer Deutschlands.
„Der Druck
wächst überall“
Als Verwalter nahezu sämtlicher Flächen des Bundes kennt das Unternehmen die Wohnproblematik, die sich nicht nur in den Großstädten bemerkbar macht. „Der Druck wächst überall. Das bekommen nicht nur wir zu spüren“, sagt Thies Langholz, Leiter der Wohnbauoffensive der BImA. Auch in den an Großstädte angrenzenden Flächen wie Rosenheim sei es daher dringend notwendig, neuen und vor allem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Die Flächen hier wollen wir zwischen zehn und zwölf Euro pro Quadratmeter vermieten“, stellt Langholz in Aussicht. Bei den „mittelgroßen“ Wohnungen in der Aisingerwies mit 50 Quadratmetern käme man so auf einen Gesamtpreis von circa 550 Euro Kaltmiete pro Monat.
Profitieren werden davon zunächst nur Mitarbeiter von Zoll und Polizei. Als Verwalter des Bundes bekommen die Bediensteten den Wohnraum zuerst angeboten. „Wohnungen, die nicht in diesem Rahmen vergeben werden, stehen danach zu den gleichen Konditionen auf dem freien Markt zur Verfügung“, verspricht Ilona Stangler, Leiterin des Portfoliomanagements der BImA-Hauptstelle München. Allerdings hätten sich schon zu Beginn der Arbeiten die ersten Interessenten vonseiten des Bundes gemeldet.
Fertigstellung im
dritten Quartal 2026
Nachdem beim Richtfest das traditionelle Sektglas am Boden zerschellte, wird es noch rund ein halbes Jahr dauern, bis die Wohnungen auch innen ausgebaut sind. „Geplant ist, dass wir im dritten Quartal 2026 fertig sind“, sagte Architekt Meurer, der für den Bau gut fünf Millionen Euro kalkulierte. „Auch hier liegen wir dank der Bauweise bisher sehr gut im Rahmen.“